Konzeption & Text. Sandra Cremer



Ein Pflegeheim-Besuch in Corona-Zeiten

9. Juni 2020

Pflegeheim-Besuch in Zeiten von CoronaSo sieht (Stand 8. Juni 2020) ein Besuch in einem Pflegeheim aus: Nach Terminvereinbarung (nur wochentags von 10 bis 17 Uhr) kann man einen Bewohner für 45 Minuten besuchen. Der Besucher muss eine OP-Maske und einen Schutzkittel tragen. Das Treffen findet in einem geschlossenen Gemeinschaftsraum statt. Vor dem Betreten des Raumes erfolgen Händedesinfektion, Fiebermessen und Aufnahme der Kontaktdaten. Mit Tischen wird ein Abstand von gut 2 Metern zwischen Besucher und Bewohner geschaffen. Dazwischen ist eine Plexiglasscheibe angebracht. Berührungen sind weder möglich noch gestattet. Nach dem Besuch wird die Besuchszone desinfiziert.

Fatale Folgen der Isolation

Ich kann nicht beurteilen, ob diese Maßnahmen auch weniger strikt sein könnten, ohne die Bewohner zu gefährden. Was ich aber beurteilen kann: 1) Mit einem an Demenz erkrankten Menschen ist unter diesen Umständen keinerlei Kommunikation möglich. 2) Der Gesundheitszustand verschlechtert sich durch diese Isolation dramatisch.

Pflegeheim in Baden-Württemberg

Es geht hier nicht um einen abstrakten Fall, sondern um meinen an Demenz erkrankten Vater, der in einem Pflegeheim in Baden-Württemberg lebt. Der Name des Heims tut nichts zur Sache. Diese Regelungen gelten im Wesentlichen für alle Pflegeheime in Baden-Württemberg. Mindestens noch bis zum 15. Juni. Diese Regelung bedeutet bereits eine deutliche Lockerung. Für gut 2 Monate waren gar keine Besuche gestattet. Davon betroffen waren auch sämtliche externe Dienstleister (Friseure, Fußpflege, ehrenamtliche Helfer etc.). Auch der Besuch von Ärzten sollte nur in dringenden Notfällen erfolgen.

Nur Besuch von 2 festen Personen

Ich hätte das Pflegeheim eigentlich nicht zusammen mit meinem Bruder besuchen dürfen, da nur zwei feste Besuchspersonen gestattet sind. Nicht an diesem einen Tag, sondern während der gesamten Dauer dieser Maßnahmen. Da Besuchsperson Nr. 1 bereits die Lebensgefährtin meines Vaters ist, hätten nach Anweisung der Landesregierung Baden-Württemberg nur entweder ich oder mein Bruder meinen Vater besuchen dürfen. Auf unsere dringenden Bitten hin hat das Heim uns eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Da sich der Zustand meines Vaters in den letzten Wochen extrem verschlechtert hat, war diese Ausnahme wohl möglich. Bis auf akut notwendige Arztbesuche war mein Vater seit 3 Monaten nicht im Freien.

Wo hört Leben auf, Leben zu sein?

Um eines klarzustellen: Ich bin kein prinzipieller Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen. Aber ich stelle mir die Frage, ob dieses Leben, das hier geschützt werden soll, noch ein lebenswertes ist.

PS: Normalerweise schreibe ich auf meinem Blog keine Artikel, die derart persönlich sind. Doch ich finde, dieses Thema geht alle etwas an.

 

Wer nicht sehen kann, muss hören!

26. Mai 2020
Screenshot der Website für das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ)

Vor kurzem habe ich ein sehr schönes Projekt abgeschlossen: die Website für das Sehbehinderten- und Blindenzentrum Südbayern (SBZ). Besonders spannend war es, vom ersten Workshop bis zum Livegang durchgehend dabei zu sein. Sich Gedanken dazu zu machen, wie eine Website konzipiert und gestaltet sein muss, die die unterschiedlichsten Zielgruppen ansprechen soll: Sehbeeinträchtigte ebenso wie Sehende, Kinder/Jugendliche ebenso wie deren Eltern, Schüler ebenso wie Lehrer und Erzieher, Interne ebenso wie Externe, Privatpersonen ebenso wie öffentliche Einrichtungen. Herausgekommen ist eine Seite, die ebenso bunt und abwechslungsreich ist wie diese Mischung – mit Videos und Audios, Teasern und Testimonials. Nicht nur responsive, sondern auch barrierefrei: www.sbz.de

 

Danke, Herr Bardens!

11. Mai 2020
Fensterladen mit der Aufschrift "Thank You"

Ich habe schon öfters erklärt, warum ich Texter geworden bin. Weil ich Sprache liebe und gerne mit Worten spiele etc. Aber ich hätte ja genau so gut Autor werden können. Meines Erachtens sind viele Texter verhinderte Schriftsteller. Und manche werden es dann doch noch – so wie zum Beispiel Martin Suter oder Frédéric Beigbeder. Dazwischen gibt es noch die Stufe Literaturübersetzung. Da kann man an der Schaffenskraft des Autors teilhaben, indem man sie in eine andere Sprache überträgt. Was nicht einfach ist. Einem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass manche Bücher fürchterlich schlecht übersetzt sind.

Wer meine Vita kennt, weiß, dass ich Staatlich geprüfte Übersetzerin bin. Ich hatte einst den Traum, große Literatur zu übersetzen. Doch davon wurde mir aus finanziellen Gründen abgeraten – kurioserweise von der Sprachenschule selbst (SDI München). Also überlegte ich mir nach meinem Abschluss, was mich vor meinem Studium noch so interessiert hatte. Da kam mir die Werbung in den Sinn. Tatsächlich hatte ich einmal eine Ausbildung zur Werbekauffrau in Betracht gezogen. Doch auch davon war mir abgeraten worden – damals von der Berufsberatung im Arbeitsamt (die Dame hatte offensichtlich ihren Beruf verfehlt).

Aber zurück zum Thema Texten: Ich hatte also die Werbung wiederentdeckt und entschied ich mich für ein Studium zum Kommunikationswirt an der Bayerischen Akademie der Werbung (BAW). Dort wurde ich im Schnellverfahren durch die verschiedensten Bereiche gepeitscht. Ein paar Vorlesungen, dann eine Klausur, dann schnell zum nächsten Themenblock. Eigentlich nicht das, was man sich unter einem Studium vorstellt. Ein Gutes hatte es aber doch: die Seminare von Jürgen Bardens. Denn da wusste ich endlich, dass ich Texter werden will. Darum an dieser Stelle herzlichen Dank! Auch dafür, dass Sie mich mit den ersten Adressen für meine Bewerbungen versorgt haben. Denn in den Zeiten vor dem Internet (ja, die gab es wirklich!) waren solche Informationen nicht so einfach verfügbar. Und persönliche Empfehlungen waren noch viel wertvoller als heute.

Trotz dieser Starthilfe war mein Weg zur Texterin ziemlich steinig. Es gab damals noch keine Texterschulen. Ich musste mich also von Praktikum zu Praktikum hangeln, um die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Außerdem musste ich noch einen Umweg über eine Software-Firma nehmen. Dort konnte ich zwar auch schreiben (Dokumentationen und Mailings), aber so eine „richtige“ Texter-Stelle war es nicht. Als ich schon kurz davor war, komplett umzusatteln, kam der erlösende Anruf. Eine Agentur wollte mich als Texterin haben. Juhu!

Auf diese Festanstellung folgte dann schon meine Selbständigkeit. Seit 20 Jahren arbeite ich nun als freie Texterin. Vor kurzem kam mir Jürgen Bardens wieder in den Sinn. Er müsste inzwischen ein ernsthafter älterer Herr sein. Denn damals an der BAW war er schon kein Jungspund mehr. Ich habe ihn gegoogelt und bin direkt fündig geworden. Ob er noch aktiv ist, weiß ich nicht. Sein letzter Blog-Eintrag ist von 2012. Aber wenn es nach der Aktualität der Blogs ginge, dann wären schon so einige Personen oder Unternehmen von der Bildfläche verschwunden.

Uffz und jetzt habe ich auch endlich wieder was Neues in meinem Blog stehen, so dass sich die Leute nicht irgendwann fragen, ob ich überhaupt noch im Business bin … 😉

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“

15. April 2020

Foto der Gedenktafel am Geburtshaus von Karl ValentinDieses wunderbar-wahre Zitat von Karl Valentin trifft gerade mehr zu denn je. Darum werde ich das allgegenwärtige C-Thema nicht auch noch kommentieren.

Wie gut, dass wir bereits das Jahr 2020 schreiben. Denn bis 2018 hätte ich aus Urheberschutzgründen für die Verwendung des obigen Zitats noch Ärger bekommen können. Aber vielleicht hätte der Karl seiner Enkelin auch gesagt, dass sie bei mir eine Ausnahme machen soll.

Schließlich waren wir sieben Jahre lang Nachbarn. So mehr oder weniger. Denn sein Geburtshaus ist bekanntlich in der Zeppelinstr. 41 in der Münchner Au und ich hatte meine Wohnung (weitgehend unbekanntlich) in der Nr. 37. Als ich dort hingezogen bin, war das Valentinhaus in einem desolaten Zustand. Die Stadt München hatte es zwar 1987 aufgekauft, ließ es aber aus Kostengründen nicht sanieren.

Da der Karl sich dort verständlicherweise nicht mehr wohl gefühlt hat, ist er zu uns in die Nr. 37 gekommen. Wo, wenn ich mich recht erinnere, auch einer seiner Freunde früher gewohnt hat. Nein, gesehen haben wir ihn nicht. Aber gehört. Gerumpelt hat er und gepumpelt, seinen Unmut darüber gezeigt, dass man sein Haus einfach verrotten lässt.

Jetzt wird der ein oder andere vielleicht einwenden, dass das ja jeder x-beliebige andere Poltergeist hätte sein können. Aber da muss ich dagegenhalten: Es ist ganz sicher, dass es der Karl gewesen ist. Denn wie sein Haus dann aufgekauft und saniert war, da ist er wieder ausgezogen bei uns. Ein bisschen schade fanden wir das ja schon. Aber wir konnten ihn verstehen. Weil sie ist richtig hübsch geworden, die Nr. 41.

PS: Besten Dank an Flo Sorg, der dieses Bild zur freien Verfügung gestellt hat. Wahrscheinlich hätte ich auch noch irgendwo eines gehabt. Aber gefunden hätte ich es sicher nicht auf die Schnelle.

Sandras kleine Texterschule Teil 8

24. Januar 2020

Handgeschriebene Liste mit durchgestrichenen Füllwörtern– Was steht auf deiner Shitlist? –

Jeder hat seine Füll- und Wiederholungswörter. Vor allem bei Texten, die vom Stil her eher locker sind. Bei mir sind das zum Beispiel „aber“, „auch“ oder „nicht“. Um diese zu vermeiden, habe ich mir eine Shitlist angelegt. Auf dieser sind all die bösen Worte, die ich so gerne verwende. Versucht doch mal eure üblichen Verdächtigen herauszufinden. Und dann geht mit der Suchfunktion über einen längeren Text von euch. Das Ergebnis kann ziemlich ernüchternd sein. Vor allem, wenn man einen seiner weniger konzentrierten Tage hat. Ist aber (oops!) nicht (Verzeihung!) so schlimm: Oft kann man umformulieren oder sie problemlos durch Synonyme ersetzen. Im Idealfall kann man die Wörter einfach löschen, ohne dass etwas fehlt. Manchmal muss man ein bisschen mehr Zeit aufwenden. Aber (zefix!) für den Text ist das eine super Qualitätskontrolle! Irgendwann hat man seine persönliche Shitlist im Kopf und arbeitet sie beim Korrigieren automatisch ab.

 

Sandras kleine Texterschule Teil 7

11. Dezember 2019

Stop-Schild– Geht nicht, gibt’s schon! –

In einem meiner Artikel habe ich bereits das Thema „Happy Problems“ behandelt. Gemeint ist der Zustand, wenn so viele Anfragen reinkommen, dass man latent in Panik gerät. Meist löst sich dieser dann doch in Wohlgefallen auf. Mit Augen zu und durch – und etwas Glück. Manchmal muss man aber einsehen, dass die eigenen Kapazitäten am Limit sind. Und dann muss man den Mut haben, „Stopp!“ zu sagen.

Für jeden Freelancer ein totaler Horror. Vor seinem geistigen Auge sieht man verprellte Neu- und angesäuerte Stammkunden. Ja, das kann passieren. Noch viel schlimmer aber ist es, wenn man wegen der zu großen Arbeitslast einen schlechten Job abliefert. Damit schadet man dem Auftraggeber und sich selbst noch mehr. Wichtig ist jedoch, dass man nicht einfach nur absagt, sondern Alternativen anbietet. Darum mein Tipp an euch: Sucht euch zwei bis drei Kollegen, auf die ihr euch 100 % verlassen könnt und die im Notfall für euch einspringen können. So lasst ihr den Kunden mit seinem Problem nicht alleine und ihr zeigt, dass er euch wichtig ist.

Einen Stammkunden werdet ihr nicht verlieren, nur weil einmal ein Kollege einen Auftrag übernimmt. Ein Neukunde ist mit ziemlicher Sicherheit weg. Aber den hättet ihr mit einem halbherzig erledigten Job auch nicht gehalten. Außerdem solltet ihr immer daran denken, dass ihr auf diese Art selbst zu Aufträgen (und Neukunden) kommen könnt. Irgendwann ist es bei euch wieder ruhiger und bei einem der Kollegen brennt die Hütte …

Bahn happens!

30. September 2019

Screenshot einer Zugausfall-Meldung der Deutschen BahnFangen wir gleich an mit dem wichtigsten Link, den jeder Bahn-Fahrer kennen muss: https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrechte/entschaedigung.shtml

Unternehmen Zukunft 4.0

Falls ihr jetzt denkt, ihr könntet hier online eine Entschädigung beantragen – weit gefehlt! Man kann sich dort das Fahrgastrechte-Formular als PDF downloaden, das man ausfüllen, ausdrucken und per Post schicken muss – zusammen mit einem Ausdruck des Online-Tickets(!). Das Porto muss man natürlich selbst übernehmen. Alternativ kann man damit auch an einen Bahn-Schalter gehen. Aber da zahlt man dann doch lieber die 80 Cent für die Briefmarke.

Sitzplatz, ade! Popo tut weh …

Was im Fahrgastrechte-Formular allerdings nicht vorgesehen ist: die Erstattung von Reservierungen. Wozu man die braucht? Weil die Bahn es regelmäßig schafft, diese platzen zu lassen. Alle, die öfters mit dem Sprinter München-Berlin fahren, wissen ein Lied davon zu singen. Denn der eigentlich vorgesehene Zug entfällt meist wegen eines „technischen Defekts“ und wird durch einen anderen Zug ersetzt. Na, dann ist doch alles super, oder? Leider nein. Denn erstens verfügt der Ersatzzug stets über weniger Sitzplätze, so dass es den gebuchten Sitzplatz oft gar nicht gibt; zweitens würde es einem auch nichts bringen, wenn es ihn gäbe, weil alle Reservierungen im Ersatzzug ungültig sind (was allerdings nur auf Nachfrage kommuniziert wird und somit nur einem Teil der Fahrgäste bekannt ist = Bombenstimmung!). Auch hier besteht natürlich die Möglichkeit, ins „Reisezentrum“ zu gehen. Ob man dazu noch Lust hat, wenn man ein paar Stunden vor dem Klo auf dem Boden gesessen ist? Eher nein. Aber für diesen Fall gibt es einen „Workaround“: Man schreibe an kundendialog@bahn.de und schildere den Sachverhalt unter Angabe der Bankverbindung und Anhängen des Online-Tickets als PDF. Dann funzt es.

Zufall? Ich denke nicht.

Was mich maßlos ärgert, sind nicht die Ausfälle als solches (siehe Headline), sondern dass man sich selbst um eine Erstattung für eine nicht erbrachte Leistung kümmern muss und dies noch dazu so unkomfortabel wie nur möglich gestaltet wird. Technisch gesehen wäre es mit Sicherheit kein Problem, das Geld automatisch aufs Konto zu überweisen, sofern das Ticket online gebucht wurde. In meinen Augen reines Kalkül. Denn die Bahn kann davon ausgehen, dass ein Großteil der Fahrgäste die Erstattung nicht einfordert (aus Unwissenheit oder wegen des Aufwands). Bei verfallenen Reservierungen dürfte der Anteil sogar verschwindend gering sein. Ebenso beschleicht einen das Gefühl, dass die kürzeren Ersatzzüge bewusst eingesetzt werden, um Kosten zu sparen.

Just do it!

Und falls jetzt wieder jemand meint, dass ich ein „Bahn-Basher“ bin, der lieber mit dem Auto fährt – nicht im Ansatz. Ich ziehe es immer vor, den Zug zu nehmen. Selbst wenn es für mich eine längere Fahrtzeit bedeutet. Aber die Bahn macht es mir wirklich nicht leicht. Ich könnte hier jetzt stundenlang darüber lamentieren, was alles passiert ist auf meinen Fahrten in den letzten Jahren. Doch ich bin es leid.

Bahn, krieg es bitte-bitte endlich mal auf die Reihe!

In Liebe, dein letzter Fan ❤

Wir sind ja so internäschonell!

16. September 2019

Hipster mit Bart im CaféWenn ich mir heute Websites von Werbeagenturen ansehe, beschleicht mich das Gefühl, dass immer weniger Werber die deutsche Sprache beherrschen. Nein, ich rede nicht von Rechtschreibfehlern oder schlechter Ausdrucksweise. Das wäre ja nichts Neues. Sondern davon, dass die Texte auf Englisch sind. Und wieder nein, ich rede nicht von einzelnen Begriffen, die sich etabliert haben. Mal weil es wirklich im Deutschen keine gute Entsprechung gibt, mal weil versucht wird, etwas Nichtssagendes unheimlich wichtig erscheinen zu lassen. Die Texte sind komplett auf Englisch. Es gibt gar keine deutsche Version mehr. Weil wer spricht denn hier noch Deutsch? Hey, brauchen wir doch nicht. Wir haben ja nur hippe Kunden und wollen nur hippe Leute, die vielleicht keine englischen Muttersprachler sind, aber doch halbwegs so tun können als ob.

Es gibt nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Agentur fast ausschließlich internationale Kunden hat und deshalb englische Texte auf ihrer Website. Trotzdem könnte man optional eine deutsche Version anbieten – muss ja nicht per default sein. Ich für meinen Teil bin sehr fit im Englischen. Aber man kann doch nicht davon ausgehen, dass jeder sich in dieser Fremdsprache so gut zurechtfindet. Vielleicht soll hier wirklich eine Selektion stattfinden. Den depperten Mittelständler, der nicht „verhandlungssicher“ im Englischen ist, den wollen wir ja gar nicht! Soll mal schön zur kleinen Klitsche ums Eck gehen. Die ist dann auch preismäßig mehr auf seinem Niveau.

Nicht falsch verstehen: Ich liebe die englische Sprache. Aber die deutsche auch. Und ich fände es schön, wenn diese nicht sukzessive verdrängt wird – durch die peinlichen Bemühungen, besonders „internäschonell“ zu wirken.

Musst du gelesen haben!

11. September 2019

Rundes BücherregalUm Texter(in) zu werden, muss man viel lesen. Und zwar schon als Kind und Jugendlicher. Diese Bücher hier gehören bis zum 12. Lebensjahr zur Pflichtlektüre:

Die kleine Hexe, Der kleine Wassermann, Das kleine Gespenst, Räuber Hotzenplotz (alle Bände), Krabat, Die Brüder Löwenherz, Wir Kinder von Büllerbü (alle Bände), Pippi Langstrumpf (alle Bände), Karlsson vom Dach (alle Bände), Ferien auf Saltkrokan, Michel aus Lönneberga (alle Bände), Die Kinder aus der Krachmacherstraße (alle Bände), Ronja Räubertochter, Britt-Mari erleichtert ihr Herz, Der kleine Vampir, Vorstadtkrokodile, Hau ab, du Flasche, Dodo und Pepi die Schlüsselkinder, Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen, Die kleine Raupe Nimmersatt, Die kleine vergessliche Frau, Mein Esel Benjamin, Eine Handvoll Hund, Oh, wie schön ist Panama, Urmel aus dem Eis (alle Bände), Der Löwe ist los (alle Bände), Die Geschichte von Peter Rabbit, Pu der Bär, Der Wind in den Weiden, Hanny und Nanny (alle Bände), Bille und Zottel (alle Bände), Fury, Black Beauty, Mein Pferd und ich, Der schwarze Lord von Pengersick, Der gelbe Vogel, Sandra und ich, Momo, Die unendliche Geschichte, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Tom Sawyer und Huckleberry Finn, Die drei Musketiere, Onkel Toms Hütte, Das Dschungelbuch, Wickie und die starken Männer, Die Abenteuer des Pinocchio, Pumuckl, Winnetou (et al.), Die Schatzinsel, Wir pfeifen auf den Gurkenkönig, Die Abenteuer des Herrn Leberecht, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, Das Tagebuch der Anne Frank, Damals war es Friedrich, … und dann musste ich gehen, Flucht in die Freiheit, Die Räuberbraut, Heidi, Die Biene Maja, Das doppelte Lottchen, Der kleine Nick, Alice im Wunderland, Herr der Ringe, Der kleine Hobbit, Der Falke des Lichts, Andschana, Die Märchen der Brüder Grimm, Das Mädchen Mohnblume und andere Märchen, Das Mädchen aus dem Bambuswald, Die Märchen von Hans-Christian Andersen und natürlich noch viel mehr Märchen

Vielleicht ist zu erkennen, dass ich mich ein bisschen um Strukturierung bemüht habe, wenn auch nicht chronologisch. Und natürlich sind dies lange nicht alle Bücher, die ich in meinen ersten 12 Jahren gelesen habe. Sondern nur die, die mir lebhaft in Erinnerung geblieben sind. Ein paar davon stehen heute noch bei mir im Original im Regal oder ich habe sie für meinen Sohn nachgekauft.

 

Da scheißt der Hund ins Feuerzeug!

30. August 2019

Lustiges HundebildDen Spruch kennt ihr nicht? Bis vor ca. 20 Jahren ging es mir genauso. Aber dann habe ich mir einen „Duden Redewendungen“ zugelegt (Damals gab es noch nicht alles im Internet …). Es soll so viel heißen wie „So ein Pech!“ Eine wahre Freude hingegen ist es, was man sonst noch alles in dem grünen Buch findet. „Jemandem Rübchen schaben“ zum Beispiel lockt einen erst einmal auf die völlig falsche Fährte (Oder liegt das an meiner schmutzigen Fantasie?). Gemeint ist die Spottgeste, bei der man einen Zeigefinger über den anderen reibt. Eric Cartman von Southpark würde diese mit „Nänänä-nänä-nä“ untermalen. Charmanter ist es, jemandem „das Goderl zu kratzen“. Nein, euer Kopfkino spielt wieder den falschen Film! „Goderl“ ist ein Doppelkinn. Kratzt man es jemandem, schmeichelt man ihm. Und wenn es einem „grün und blau vor Augen wird“, heißt das nicht, dass man eine Faust abbekommen hat, sondern dass einem speiübel ist.

Ich könnte jetzt noch mehr Schmankerl zum Besten geben. Aber schaut doch einfach selbst mal rein. Im Buch zu blättern macht übrigens viel mehr Spaß als im Internet rumzuklicken …