Konzeption & Text. Sandra Cremer



Muss das sein?

1. Juni 2022

 

Jeden Tag werde ich in den Nachrichten mit Horrorszenarien beballert. Alles geht angeblich so dermaßen den Bach runter, dass man sich wundert, dass man in der Früh noch aufwacht. Ja, es passieren aktuell viele schreckliche Dinge, die einem Angst machen können. Über diese darf und muss man sogar berichten. Was aber nicht sein muss, ist ständig den Teufel in den schrillsten Farben an die Wand zu malen. Will der Großteil der Menschen so etwas lesen? Möchten sie alle Worst-Case-Szenarien durchspielen, damit sie nachher sagen können: Puh, soooo schrecklich war es ja doch nicht?

Mut zu gesundem Optimismus

Ich für meinen Teil habe das gründlich satt. Die Artikel, die ganz offensichtlich nur der Panikmache dienen, klicke ich gar nicht erst an und blende die Überschriften mental aus (Die Erfahrung zeigt, dass die reißerischen Teaser meist das Schlimmste am Artikel sind). Wenn etwas passiert, dann passiert es, auch ohne dass ich mir vorher (vielleicht völlig unnötig) einen Kopf darüber gemacht habe. In meinen Augen ist das gesunder Optimismus.

Einmal am Tag reicht völlig

Je weniger Nachrichten ich lese, desto besser geht es mir. Dies schreibe ich, nachdem ich mich doch dazu habe hinreißen lassen und jetzt einen Knoten im Magen habe. Vor Wut. Also, liebe Leute: Ihr müsst euch nicht stündlich über das aktuelle Geschehen informieren. Einmal am Tag reicht, um sich einen Überblick zu verschaffen. Maus (oder Finger) weg von Artikeln, denen man schon auf den ersten Blick ansieht, dass sie Panik-Clickbait sind. Wenn die Welt untergeht, dann merkt ihr das schon rechtzeitig und bis dahin genießt euer Leben!

Sandras kleine Texterschule Teil 13

11. Mai 2022

Zu spät – geht gar nicht!

Schlechtes Zeitmanagement ist kein Zeichen von kreativem Chaos, sondern von mangelnder Zuverlässigkeit. Wenn ich einen Termin ausmache, dann halte ich ihn auch. Von meinen Freunden mag ich für meine Pünktlichkeit belächelt werden, meine Kunden erwarten sie. Dass ich sie diesbezüglich nie enttäusche, ist eine meiner Stärken und einer der Gründe, warum ich oft weiterempfohlen werde. Doch wie lässt sich Fehlplanung vermeiden?

Mach dir keinen Stress

Lote erst einmal aus, wann der Kunde wirklich den Text braucht. Das allseits gehasste „asap“ heißt bei den einen „lieber gestern als heute“, bei den anderen „Ende nächster Woche wäre schön“. Bestehe auf eine genaue Vereinbarung. Noch besser fixierst du den Termin schriftlich. Dann gibt es keinen Interpretationsspielraum und keine Missverständnisse. Wenn du selbst einen Liefertermin vorschlagen sollst, lege ihn nicht so, dass du ihn nur mit Ach und Krach halten kannst. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren und dann bist du verratzt. Also unbedingt einen Puffer einplanen. Zumal es zur Qualitätssicherung gut ist, deinen Text mit etwas Abstand noch einmal gelesen zu haben, bevor du ihn wegschickst.

Deadline ist Deadline

Wenn deine Kunden eine sehr enge Deadline setzen, kann das nervig sein. Du darfst auch gerne diskutieren und dir einen Aufschub erbitten – bevor du eine Zusage machst! Was du aber keinesfalls tun darfst, ist, den Termin nicht einzuhalten. Wenn du also Dienstagvormittag vereinbart hast, dann ist es am Dienstagnachmittag zu spät. Am besten ist es, du schickst deinen Text noch am Abend zuvor. Dann hat ihn dein Kunde bereits morgens in seinem E-Mail-Postfach. Vielleicht sitzt er ja schon um 7 Uhr am Rechner und freut sich darüber.

Nachhaken schadet nicht

Es muss keine Nachlässigkeit oder Zerstreutheit sein, wenn dein Kunde nicht auf deine Textlieferung antwortet. Tatsächlich kommt es vor, dass eine Mail (aus welchen Gründen auch immer) nicht zugestellt oder schlichtweg nicht wahrgenommen wird. Ein höflicher Kunde wartet vielleicht geduldig ab, bevor er sich vorsichtig nach deinem Text erkundigt. Um dann von dir die Auskunft zu bekommen, dass er ihm doch schon seit Tagen vorliegen sollte. Das ist unnötig und ärgerlich – für beide Seiten. Also gegebenenfalls lieber nachfragen. Vor allem, wenn es ein Kunde ist, der sonst immer zeitnah reagiert. Wenn man selbst im Stress ist, lässt man das mitunter bleiben. Hier muss ich mich selbst wieder ein bisschen disziplinieren. Denn wenn man nachhakt, signalisiert man dem Kunden: Ich erwarte von dir in Zukunft eine Rückmeldung.

Der Kunde ist König

Dieser Spruch ist furchtbar abgelutscht, ich weiß. Aber er stimmt trotzdem. Wenn dein Kunde also Input zu spät liefert, heißt das nicht, dass du ab sofort auch keine Termine mehr einhalten musst. Sollte der Kunde dadurch die rechtzeitige Abgabe gefährden, darfst du ihn natürlich freundlich darauf hinweisen. Ideal wäre es aber, wenn du den zugesagten Termin trotzdem schaffst. Damit sammelst du viele Pluspunkte. Doch auch hier gibt es Grenzen: Was nicht machbar ist, musst du nicht machen.

 

Wenn Fische auf Reisen gehen

8. Februar 2022

Oder: Warum Wiedersehen nicht immer Freude macht. Ich habe vor einigen Jahren eine schöne alte Rollkarte mit essbaren Seefischen gekauft. Für satte 200 Euro. Allerdings waren die Ausmaße der Karte so gigantisch, dass ich sie nirgends aufhängen konnte, ohne den ganzen Raum damit zu erschlagen. Also blieb sie sehr zu meinem Leidwesen zusammengerollt und staubte vor sich hin. Irgendwann gestand ich mir endlich ein, dass ich wohl nie einen Platz dafür finden würde. Zum Wegwerfen war sie aber viel zu schade und natürlich auch zu teuer. Was also tun? Natürlich auf eBay stellen!

Versand exorbitant

Bei dem Versuch, meine Karte richtig zuzuordnen, tauchten schon die ersten Schwierigkeiten auf. Keine Rubrik wollte so recht passen. Da war mir bereits klar, dass ich keinen Reibach damit machen würde. Als ich dann die Versandkosten berechnete, musste ich schlucken. Aufgrund der Übergröße konnte ich die Karte nur als Sperrgut verschicken. Darum betrugen die Versandkosten knapp 40 Euro. Kein attraktives Verkaufsargument. Außerdem hatte ich dummerweise bei meinem Angebot die Versandkosten zu niedrig angesetzt.

Der gute Mann aus Moers

Es fand sich aber doch ein Mensch, der sich für die Karte interessierte und sie für sensationelle 1 Euro erstand. Mein einziger Trost: Der gute Mann aus Moers wusste zu schätzen, dass er ein Superschnäppchen gemacht hatte (trotz Versandkosten) und freute sich mächtig darauf. Also nichts wie eingepackt und zur Post. Ziemlich viel Aufwand, um ein Verlustgeschäft zu machen. Aber ich war froh, dass ich einen dankbaren Abnehmer gefunden hatte. Dieser allerdings meldete sich nach einigen Tagen, um zu fragen, wann ich denn die Karte losgeschickt hätte, da sie noch nicht angekommen sei. Wir machten beide den Check: Laut Sendungsverfolgung hing die Rolle seit ein paar Tagen in Dorsten fest.

Zur Leitcodierung

Tags darauf stand eine große Rolle vor meiner Wohnungstür: Meine Fische hatten zu mir zurückgefunden! Über das Adresslabel war ein Aufkleber mit der Beschriftung „Zur Leitcodierung“ geklebt. Ich versuchte nachzuvollziehen, warum das Paket zu mir zurückgekommen war. An einer falschen Adresse lag es nicht. Dies bestätigte mir mein Käufer. Nun wollte ich aber nicht die Rolle erneut losschicken und dafür wieder knapp 40 Euro bezahlen. Darum versuchte ich, den DHL Kundenservice telefonisch zu erreichen. Leider kam nicht einmal ein Freizeichen. Also beschwerte ich mich per Online-Formular bei DHL und bat um eine Erstattung der Kosten. Dies erforderte die Eingabe einer Latte von Daten: Absender- und Empfängeradresse, Sendungsnummer, Datum des Versands etc. Daraufhin erhielt ich eine E-Mail mit kopierten Versatzstücken, in der ich nach der (bereits angegebenen) Sendungsnummer gefragt wurde.

Odyssee mit Posthorn

Direkt antworten konnte ich auf die DHL-Mail leider nicht. Hierzu musste ich wieder die DHL-Seite aufrufen und alle Daten erneut eingeben. Wieder bekam ich eine Antwort, die nichts mit meinem Problem zu tun hatte. Auch der nächste und übernächste Versuch (inkl. kompletter Dateneingabe) schlugen fehl. Daraufhin probierte ich es noch einmal per Telefon. Und oh, Wunder! Diesmal kam ein Freizeichen und es meldete sich tatsächlich jemand! Dieser Jemand war sogar hilfsbereit. Ich sollte eine Paketmarke umsonst bekommen und ein Teil des Restbetrages sollte mir überwiesen werden. Damit blieb ich zwar immer noch auf 10 Euro sitzen, aber besser als nichts. Also schickte ich die Karte wieder los. Netterweise erklärte der gute Mann aus Moers sich bereit, mir einen Großteil meiner Kosten zu überweisen. Dies tat er dann auch, nachdem die Karte endlich wohlbehalten bei ihm angekommen war. Dennoch habe ich alles in allem ca. 2 Tage investiert, um die Karte bei eBay einzustellen, zweimal zu verschicken und abwechselnd mit DHL und dem Empfänger zu korrespondieren. Also 200 Euro und 2 Tagessätze verschenkt, 1 Euro gewonnen. Juchhe!

 

 

Hirnwürmer

24. Januar 2022

Als ich das erste Mal von unserer Mutante Omikron gehört habe, dachte ich mir: Das heißt doch Omnichron! Zum Glück habe ich mein Gegenüber nicht verbessert. Das wäre hochnotpeinlich gewesen. Stattdessen habe ich mich gefragt, wie ich darauf komme, konnte aber zunächst keine Antwort darauf finden.

Freizeit im Praktikum

Vor kurzem fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Bei meinem ersten Praktikum in einer Werbeagentur war ich chronisch unterbeschäftigt. Um mir die Zeit zu vertreiben, fing ich an, Postkarten zu basteln und diese an meine Freunde zu verschicken. Hierfür verwendete ich ein sogenanntes Omnichromier-Gerät. Da es so etwas meines Wissens gar nicht mehr gibt, erkläre ich das Prinzip: Es wird ein Motiv zusammen mit einer farbigen Folie hineingeschoben. Heraus kommt ein Bild, bei dem die dunklen Anteile in der jeweiligen Folienfarbe sind. Das sah wirklich schön aus und meine Freunde fanden das auch. Aber meine Zeit wäre wohl anderweitig besser investiert gewesen. Wer schon einmal ein Praktikum gemacht hat (bei mir waren es 5), hat vielleicht ähnliches erlebt. Wobei es auch andere Praktika gab, bei denen ich sehr gefordert war. Zum Glück!

Hartnäckige Verhörer

Es ist schon lustig, wie sich manche Fehler ins Hirn hineinwurmen. So dachte ich zum Beispiel jahrzehntelang, dass die Bauernregel „Abendrot Schönwetterbrot“ lautet. Ich fand das immer sehr eigenartig: Was bitte sollte denn ein „Schönwetterbrot“ sein? Heute weiß ich es besser und kann herzlich darüber lachen. Habt ihr auch so einen Verhörer, der sich hartnäckig gehalten hat?

Liebe Ungeimpfte!

8. Dezember 2021

Ihr seid immer noch ganz schön viele. Von daher könnt ihr nicht alle Exzentriker oder Extremisten sein. Sondern zu großen Teilen ganz „normale“ Menschen, mit denen man ganz normal reden kann. Was zugegebenermaßen schwerfällt, weil wir Geimpften langsam etwas ungeduldig werden. Wir haben so darauf gehofft, dass diese Pandemie jetzt endlich vorbei ist. Doch wir stecken immer noch mittendrin. Das ist nicht alleine eure Schuld. Die Politik hat auf vielen Ebenen versagt. Aber wir hätten bessere Chancen gehabt, wenn ihr euch hättet impfen lassen.

Ihr werft uns gerne vor, dass wir bei unserer Impfung in erster Linie an uns selbst gedacht haben. Weil wir nicht krank werden oder uns einschränken wollten. Das ist richtig. Aber in erster Linie bedeutet eben nicht nur. Wir haben auch an unsere Partner und Kinder gedacht, die wir nicht anstecken wollen. Und an unsere Eltern, die aufgrund ihres Alters besonders gefährdet sind. Wir haben an Freunde und Bekannte gedacht, die vielleicht nicht so widerstandsfähig sind wie wir selbst. Wenn wir krank werden, gefährden wir alle Menschen, die uns lieb und wichtig sind.

Unsere Impfung kann dieses Risiko nicht eliminieren. Aber sie kann es deutlich reduzieren. Wenn wir diese Möglichkeit haben, dann sollten wir sie nutzen. Je weniger sich infizieren, desto weniger werden krank oder sterben. Hinter der Zahl, die wir jeden Tag in den Nachrichten hören oder lesen, stecken Menschen, denen ihre restliche Lebenszeit genommen wurde. Menschen, die von vielen geliebt wurden und jetzt schmerzlich vermisst werden.

Ihr könnt euch nicht darauf verlassen, dass es euch schon nicht treffen wird. Das haben vermutlich die meisten gedacht, die es dann doch erwischt hat. Und selbst, wenn eure Infektion glimpflich ausgeht, setzt ihr andere bewusst einer Gefahr aus. In der jetzigen Situation auf seine eigene Entscheidungsfreiheit zu pochen, ist also streng genommen eine unterlassene Hilfeleistung.

Aber darauf will ich nicht zu sehr herumreiten. Denn ihr bekommt gerade an allen Ecken und Enden zu spüren, dass der Großteil der Menschen nicht so gut auf euch zu sprechen ist. Wird man zu sehr bedrängt, entwickelt man irgendwann eine Trotzreaktion, aus der man nur schwer wieder rauskommt. Ich kenne das auch von mir selbst. Da hilft es manchmal, einfach einen Moment innezuhalten und sich zu überlegen, warum man etwas kategorisch ablehnt. Oft wird man feststellen, dass es die falschen Gründe sind. Doch je mehr man sich verrannt hat, desto schwieriger wird es, über seinen Schatten zu springen.

Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn ihr jetzt eure Meinung ändert und euch doch noch impfen lasst. Ganz im Gegenteil: Es ist ein Zeichen von Stärke.

Eure Sandra

PS an die bereits doppelt Geimpften: Boostern nicht vergessen!

 

Wer spricht denn da?

14. Oktober 2021

Jeder kennt ihn. Jedem ist er unangenehm. Die Rede ist vom Hosentaschenanruf. Erst neulich ist es mir wieder passiert: Ich gehe spazieren und wundere mich, woher das Gebrabbel kommt, wo doch weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist. Mein Handy verrät mir, dass ich eine Nummer gewählt habe, die nicht vergeben ist. Dann kann ich L. getrost aus meinen Kontakten löschen. Gut zu wissen!

Etwas beunruhigt bin ich, als mich wenige Minuten später meine Freundin N. „zurückruft“. Verdammt, ich habe doch nicht … Doch, habe ich! Das Gespräch beende ich etwas hastig, weil mir schwant, dass ich noch mehr Leute kontaktiert haben könnte. Es stellt sich heraus, dass ich außerdem A. mit diversen Anrufen gestalkt habe.

Was habe ich die letzte Viertelstunde nur gemacht? Was habe ich auf den Mailboxen hinterlassen? Habe ich Selbstgespräche geführt oder mich sonst in irgendeiner Weise kompromittiert?

Die Ängste sind nicht ganz unbegründet. Schließlich wurde ich vor vielen Jahren einmal von R. angerufen. Aus einem Pornokino. Was in diesem konkreten Fall nur belustigend und nicht verfänglich war. Hätte aber auch ganz anders sein können.

Ich bin mir sicher, dass ich zur Zeit meiner Hosentaschenanrufe nicht im Pornokino war. Wie auch immer geartete Peinlichkeiten sind sicher im Geraschel untergegangen. Hoffentlich …

PS: Auf dem Foto seht ihr übrigens ein Handtaschenfoto.

 

Sandras kleine Texterschule Teil 12

12. August 2021

– Wie schaffst du es, immer kreativ zu sein? –

Die ehrliche Antwort lautet: Nicht. Es gibt Tage, an denen ich uninspiriert vor dem Rechner sitze und mir partout nichts Originelles einfallen will. Am liebsten würde ich diese mentalen Durchhänger ignorieren und einfach etwas ganz anderes machen. Aber leider geht das meistens nicht. Also hilft nur eins: Augen zu und durch!

Horror Vacui

Ob weißes Blatt oder leeres Dokument – irgendwann wird es euch entgegenleuchten. Doch was könnt ihr dagegen tun? Losschreiben! Nicht darüber nachdenken, ob das Gekritzelte oder Getippte kreativ ist, eher fader Standard oder gar holperig formuliert. Schmeißt eure hohen Ansprüche über Bord, damit da endlich etwas steht. Ihr werdet sehen: Das Allerschlimmste habt ihr jetzt hinter euch.

Nur mit der Ruhe

Natürlich empfehle ich euch nicht, einen Text in schlechter Qualität abzugeben. Oder ein Konzept, das langweilig oder nicht durchdacht ist. Aber der Anfang ist gemacht. Ihr habt jetzt eine Basis, auf der ihr aufbauen könnt. Wenn ihr mit dieser ersten Rohfassung durch seid, dann lasst das Ganze ein wenig ruhen. Optimal wäre bis zum nächsten Tag. Ist das zeitlich nicht drin, wenigstens für ein paar Stunden.

Überraschend gut

Setzt ihr euch wieder an den Schreibtisch, begrüßt euch eine beschriebene Seite. Jetzt könnt ihr euch an das Ausarbeiten und Finetunen machen. Et voilà: Ihr kommt zu einem Ergebnis, mit dem ihr rundum zufrieden seid. Manchmal entstehen aus solch schwierigen Anfängen sogar besonders gute Ideen oder Texte. Ihr müsst euch nur aus dem Kreativitätsloch befreien.

 

Sandras kleine Texterschule Teil 11

30. Juli 2021

– Bin ich ein Texttalent? Find es heraus! –

Die wenigsten von uns haben schon als Kind eine ganz klare Vorstellung davon, was sie einmal werden wollen/sollen. Hat man in diesem Alter bereits einen Wunschberuf, wird es bestimmt nicht der sein, den man später einmal ergreift. Ich zum Beispiel wollte Jägerin werden. Mir war zu diesem Zeitpunkt sicher nicht klar, was das bedeutet. Wahrscheinlich dachte ich, ich würde einfach nur durch den Wald spazieren und Rehe streicheln. Später wollte ich (wie so viele) Tierärztin werden, dann wollte ich Pferde züchten … Was danach kam, weiß ich nicht mehr. Aber eines war mir immer klar: Nie im Leben würde ich den ganzen Tag in einem Büro sitzen! Zum Glück habe ich von dieser vehementen Abneigung Abstand genommen. Sonst könnte ich meinen Beruf leider nicht ausüben. Bei mir hat es endlich Klick gemacht, als ich in einem Textseminar in der Bayerischen Akademie der Werbung saß. Auf einmal war mir klar: Das ist genau dein Ding. Bis ich dann ans Ziel gekommen bin, war es noch ein steiniger und weiter Weg. Aber davon habe ich schon an anderer Stelle berichtet. Heute geht es mir darum, woher man weiß, dass man auch das Zeug zum Texter hat. Darum habe ich mir für dich 10 Fragen ausgedacht:

  1. Kommen dir oft Wortspiele in den Kopf, über die du selber lachen musst?
  2. Gibt es Wörter, die du unglaublich magst, weil sie sich so schön anhören?
  3. Fallen dir manchmal völlig aus dem Off Claims (= „Sprüche“) ein?
  4. Bist du todunglücklich, wenn du nicht irgendetwas zu lesen hast?
  5. Hast du als Kind leidenschaftlich gerne „Werbung raten“ gespielt?
  6. Kannst du keinen Text lesen, ohne dass du darin Rechtschreibfehler findest?
  7. Liest du selbst deine privaten WhatsApp-Nachrichten und E-Mails Korrektur?
  8. Bereitet es dir Unwohlsein, wenn jemand ein falsches Wort verwendet?
  9. Macht es dir Spaß, den Ursprung von (Sprich-)Wörtern nachzusehen?
  10. Freust du dich, wenn du in einer Fremdsprache einen Ausdruck findest, den es im Deutschen nicht gibt?

Wenn du beim Lesen dieser Fragen mindestens 7 Mal genickt hast, könntest du ein begnadetes Texttalent sein (Ich beantworte natürlich alle mit „Ja“). Wenn es weniger oft war, könntest du trotzdem eins sein. Am wichtigsten ist es nämlich, dass du dich für das Thema begeisterst. Und das tust du offensichtlich. Sonst hättest du diesen Artikel nicht gelesen. Ob du ein richtig guter Texter werden kannst, wirst du nur herausfinden, wenn du es ausprobierst. Mit einem Praktikum machst du also sicher nichts verkehrt. Ganz wichtig: Lass dich nicht gleich entmutigen, wenn du nicht direkt übernommen wirst. Mach einfach weiter, bis du es geschafft hast (Du weißt ja: steiniger Weg …).

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg dabei!

 

PS: Das Bild hat mal wieder rein gar nichts mit dem Text zu tun. Aber es ist immerhin von mir ;-)

Enjoy the Säule

13. Juli 2021

Wir Texter sind ein komisches Volk. Anders als Grafiker, die in Gruppen in einem Atelier hausen können, brauchen wir ein stilles Kämmerlein. Und je älter wir werden, desto eigenbrötlerischer werden wir. War in jungen Jahren dezente Musik im Hintergrund noch akzeptabel, so muss heute totale Stille herrschen.

Ist ein Texter längere Zeit als Freelancer tätig, wird es noch schlimmer. Worst Case: im Home-Office. Ganz gleich, ob Gerät, Haustier oder Mitmensch – jeder Geräuschemacher wird zum Hassobjekt. Hat sich dieser Zustand erst einmal etabliert, gibt es kein Zurück mehr. Sich für einen Einsatz vor Ort buchen lassen? Niemals! Festanstellung? Absolutes No-Go! Man müsste ja ständig damit rechnen, dass ein Lebewesen zur Tür hereinkommt.

Aber lasst euch nichts vormachen: Es gibt nichts Schöneres, als ein Freelance-Texter zu sein. Ihr müsst nur Anachoreten-Potenzial haben. Wahrscheinlich werde ich irgendwann zur Säulenheiligen. Da stehe ich dann ganz für mich allein und muss nur runterkommen, falls ich zufällig zum Bischof gewählt werde. Und weil das nie passieren wird, kann ich für immer hier oben bleiben. Yes!

 

Mei oh Mai!

7. Juni 2021

Der Mai ist mir irgendwie durchgerutscht. Dabei wollte ich doch mindestens einen Artikel pro Monat schreiben. Schon habe ich mir meinen Schnitt wieder versaut. Aber es ist ja nicht so, dass ich faul und untätig gewesen wäre. Ich war an vielen tollen Projekten beteiligt – von denen ich leider nichts erzählen darf. Also müsst ihr mir einfach glauben, dass ich für spannende Kunden schöne Texte geschrieben habe.

Jetzt ist es schon wieder eine Woche Juni und es sieht so aus, als ob dieser Sommer ein schöner werden könnte. Wenn das Wetter noch mitspielen würde, dann wäre das großartig. Biergarten habe ich bisher nur ein einziges Mal geschafft. Und selbst da musste ich wie Aschenputtel frühzeitig verschwinden, weil mein Landkreis noch notgebremst war.

Doch nun sieht es auch im Oberland wieder rosig aus. Wollen wir hoffen, dass uns die Delta-Variante keinen Strich durch die Rechnung macht. So oder so dürften wir jetzt aus dem Gröbsten raus sein. Wenn nicht alle in FOMO verfallen und auf einen Schlag nachholen, was sie die letzten 1 ¼ Jahre verpasst haben …

PS: Das Bild habe ich ausgesucht, weil es so unglaublich hässlich ist … 😉