Konzeption & Text. Sandra Cremer



Wer will mich?

9. Januar 2024

Meinen Umzug nach Berlin haben alle schnell registriert und akzeptiert. Sagte ich alle? Na ja, nicht ganz. In den Finanzämtern mahlen die Mühlen etwas langsamer. Nicht nur in Berlin. Sondern auch in Bayern.

Das Finanzamt Miesbach weigert sich seit gut einem halben Jahr beharrlich, meine Adressänderung anzuerkennen. Trotz mehrfacher Briefe, E-Mails und Telefonate gehen alle Schreiben an meine alte Adresse. Ich habe die Hoffnung, dass die Beamten inzwischen ihren Abschiedsschmerz überwunden haben. In letzter Zeit kommt nichts mehr. Das kann aber auch daran liegen, dass der Nachsendeauftrag abgelaufen ist.

Das Finanzamt Berlin wiederum will mich partout nicht als neuen Steuerzahler haben. Alle Versuche, eine neue Steuernummer zu bekommen, sind kläglich gescheitert.
Hier hilft nichts anderes, als noch sturer zu sein als die Ämter. Das bin ich gewohnt. Als ich von Baden-Württemberg nach Bayern gezogen bin, hatte ich das Gezeter schon einmal. Wenn ich mich recht erinnere, hat es damals fast zwei Jahre gedauert, bis mich das System richtig eingeordnet hatte.

Nun bin ich ein geduldiger und verständiger Mensch. Aber leider brennt es mir jetzt ein bisschen unter den Nägeln. Denn ich brauche dringend eine Ansässigkeitsbescheinigung. Das Problem: Diese Bescheinigung muss mein zuständiges Finanzamt ausstellen, und auf dem Formular muss ich neben meiner Steuer-ID auch meine Steuernummer eintragen.

Zunächst rufe ich beim Berliner Finanzamt an und schildere den Sachverhalt. Eine nette Dame versichert mir, dass sie gerne einen Stempel auf mein Formular setzt und ich einfach meine alte Steuernummer eintragen soll. O-Ton: Das merkt doch keiner, dass das keine Berliner Steuernummer ist. Außerdem teilt sie mir mit, dass das Finanzamt Miesbach ihr noch keine Unterlagen geschickt hat und sie mir deshalb keine neue Steuernummer geben kann.

Also rufe ich beim Finanzamt Miesbach an, um ein bisschen Dampf zu machen. Dort erfahre ich, dass ich in Miesbach nicht mehr geführt werde – ein Fortschritt! Nur leider ist die bayerische Dame der Meinung, dass sie erst eine Steuernummer aus Berlin bekommen muss, bevor sie meine Unterlagen verschickt. Außerdem ist sie eher skeptisch, was die Angabe einer nicht mehr existenten Steuernummer angeht.

Da die Zeit drängt, verlasse ich mich auf die Aussage der Dame in Berlin. Doch dann komme ich ins Grübeln: In 5 Wochen ist Stichtag. Ich muss das Formular an das Berliner Finanzamt schicken, die das Formular an mich und ich das Formular an meine Bank. Drei Postwege – das kann nicht gut gehen! Kürzlich habe ich einen Brief bekommen, der gute 4 Wochen unterwegs war. Und ich glaube, der Schnitt liegt inzwischen bei 1 Woche.

Um einen der Postwege zu sparen, bringe ich den Brief also persönlich im Finanzamt vorbei. Am liebsten würde ich ihn direkt der zuständigen Dame geben (wer weiß, wie lange die Hauspost dauert?), aber man lässt mich nicht passieren.

Wie die Geschichte ausgeht? Ich stecke noch mittendrin. Meine Sachbearbeiterin ist krank und niemand kann mir Auskunft geben …

I’ll keep you posted!

 

Foto von charlesdeluvio auf Unsplash

Jetzt wird’s aber Zeit!

19. Dezember 2023

Die eigene Seite ist das ewige Stiefkind. Wenn man die Muse hat, sich darum zu kümmern, ist die Auftragslage mau. Meinen guten Vorsatz, jeden Monat wenigstens einen Blogbeitrag zu schreiben, habe ich nicht eingehalten. Aber was soll das Heulen und Zähneklappern? Das nächste Jahr steht schon vor der Tür. Es ist also Zeit, die alten Vorsätze zu kicken und sich neue zu verpassen. Was also nehme ich mir vor für 2024? Gar nichts und ganz viel. Flexibel und spontan zu sein ist viel erstrebenswerter, als sich an strikte Pläne zu halten. Zumindest soweit es einen selbst betrifft.

In diesem Sinne: Euch allen wunderbare Weihnachten und ein prickelndes neues Jahr!

PS: Das Bild hat keinerlei Bezug zum Artikel. Es hat mir einfach nur gefallen. Besten Dank an Arno Senoner!

Abenteuerspielplatz, Bergstiefel, Chemielabor …

18. Juli 2023
Mach mich nicht Schach

Wer zu den Glücklichen gehört, die selig jede Nacht durchschlafen, braucht nicht weiterzulesen. Für den ist dieser Artikel uninteressant. Als Kind und Jugendlicher konnte ich das auch: Hinlegen, wegpennen, beliebig lang schlafen und fit wieder aufstehen. Die Zeiten sind leider schon lange vorbei. Heute muss ich mir immer wieder neue Tricks ausdenken, um nachts nicht stundenlang wach zu liegen (hüpfende Schafe sind nicht so meins). Eine Weile habe ich es mit „Schachspielen“ versucht. Diese Idee stammt allerdings nicht von mir, sondern von meinem ehemaligen Aikido-Lehrer: Man stellt im Kopf die Figuren für ein Schachspiel auf und packt sie danach wieder weg. Das muss natürlich ganz ruhig und sorgsam (von mir aus auch achtsam) geschehen. Am besten malt man sich das Ganze sehr detailreich aus: wie die Schachfiguren aussehen, wie die Schachtel, in die man sie legt, usw. Diese Methode funktionierte einige Wochen oder sogar Monate erstaunlich gut. Aber dann hatte sie sich abgenutzt. Es musste also etwas Neues her …

Bräsige Berta

Ich wechselte zu Namen nach dem ABC, entweder weiblich oder männlich. Also Anne, Berta, Christine usw. Der Trick bestand darin, immer wieder neue Namen zu finden (was bei manchen Buchstaben schwierig ist). Schließlich geht es darum, den Kopf so zu beschäftigen, dass er nicht auf dumme Gedanken kommt. Auf der anderen Seite muss die Aufgabe halbwegs einfach sein, sonst wird man zu wach davon. Irgendwann wurde es aber langweilig. Die nächste Stufe war also das Ergänzen von Adjektiven: arme Anne, bräsige Berta, charmante Christine usw. Das ABC der Namen mit Adjektiven hatte auch nur eine begrenzte Haltbarkeit. Weitere Varianten waren Obst- oder Gemüsesorten, Sportarten, Stadt-Land-Fluss … Leider alles irgendwann fad.

Das fiese C

Meine jetzige Methode sind zusammengesetzte Substantive. Den Anfang macht immer der Abenteuerspielplatz, dann folgen möglichst immer wieder neue Wörter: zum Beispiel Bergstiefel, Chemielabor etc. oder Bällebad, Chitinpanzer. Auch hier gibt es wieder fiese Anfangsbuchstaben. Bereits beim C hakt es recht schnell, deshalb sind Wiederholungen erlaubt. Aber, wie sollte es auch anders sein: Es klappt nicht mehr so richtig, weil inzwischen selbst die häufigen Anfangsbuchstaben schon zu sehr verbraucht sind. Jetzt stehe (bzw. liege) ich dumm da – ein neuer Trick ist überfällig!

M wie Morpheus

Ich würde mich sehr freuen, liebe Leser, wenn ihr eure Einschlafideen mit mir teilt. Wenn sie für mich nichts sind, dann vielleicht für einen Leidensgenossen?!

Bitte keine „Stress-vermeiden-Tipps“. Woher Einschlafprobleme kommen, ist mir bekannt. Wenn ich Stress vermeiden könnte oder wollte, dann würde ich es tun. Also bitte etwas Kreativeres 😉

Mach’s gut, Meine kreative Welt!

1. Juni 2023

9 Jahre lang habe ich für dich geschrieben. Ich habe mit dir gestrickt, gehäkelt, genäht, gebastelt, gebacken, gekocht, gezeichnet, gewerkelt etc. Auch wenn du manchmal anstrengend warst – wir hatten eine tolle Zeit miteinander! Aber jetzt wirst du eingestellt. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Normalerweise wäre ich gerade dabei, deine ersten Artikel zu verfassen. Zum Glück bin ich sehr eingespannt mit meinen anderen Jobs und mit meinem Umzug. So kann ich mich damit trösten, dass es mir das Genick gebrochen hätte, wenn ich mich auch noch um dich hätte kümmern müssen. Irgendwann muss man immer Abschied nehmen. Und dann lieber im Guten, als dass man wartet, bis man sich furchtbar auf die Nerven geht! Ich werde dich vermissen! Deiner Grafikerin Petra Schmidt und Jürgen Ernst vom frechverlag geht es nicht anders. Aber ich bin mir sicher, dass du in den Kundenmagazin-Himmel gekommen bist! Du hast es verdient!

Deine Texterin Sandra

Bitte legen Sie nicht auf!

10. Januar 2023

Foto von Kurt Liebhaeuser auf Unsplash

Schon vor Jahrzehnten hat man sie verflucht und heute ist sie noch unbeliebter: die Warteschleife. Waren die Methoden in den Anfängen eher plump, so werden sie immer perfider. Mit einer Fülle von Pseudo-Informationen wird die Ausdauer des Anrufers auf die Probe gestellt. Zum Beispiel mit der penetrant wiederholten Ansage, dass man auch auf der Website nach Antworten suchen bzw. sich mit dem Chatbot unterhalten könne (Haha, der war gut!) oder „Wussten Sie schon, dass …“ (Nein, interessiert mich auch nicht!) oder ähnliches Blafasel. So lässt sich schon locker eine Minute füllen, bevor man überhaupt weiß, an welcher Position man sich befindet bzw. wie lange es noch dauert, bis man dran kommt.

Riskantes Spiel

Bei der Auskunft „Ihre Wartezeit beträgt voraussichtlich über zehn Minuten“ geben die meisten bereits auf. Man kann aber auch pokern. Es könnte sich ja um eine weitere Hürde handeln, mit der weniger motivierte Anrufer ausgesiebt werden sollen. Aber der Einsatz ist dann doch zu hoch. Schließlich besteht die realistische Gefahr, dass man nach einer halben Stunde mit einem fröhlichen „Versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal“ aus der Leitung geworfen wird.

Qualen mit Zahlen

Eine alte und bewährte Hinhaltetaktik ist es, den Anrufer zur Interaktion zu nötigen. Zum Beispiel: Wenn Sie Anliegen X haben, dann drücken Sie die Ziffer Y (bevorzugt mit vielen Untermenüs). Problem ist nur, dass sich die individuelle Anfrage oft nicht den genannten Kategorien zuordnen lässt. Damit hat man schon verloren, weil man sich nun per Trial and Error in mehreren Anrufen zum richtigen Ansprechpartner vortelefonieren muss. Gemein ist auch, wenn die Angabe einer Auftrags-, Bestell-, Kunden- oder sonstigen Nummer gewünscht wird (die natürlich aus mindestens 10 Ziffern besteht).

Bitte sprechen Sie jetzt

Allerdings hat man beim Tippen wenigstens gute Erfolgschancen. Bei der Spracheingabe ist die Fehlerquote nämlich um einiges höher. Jeder dürfte schon einmal verzweifelt „JAAA!“ oder „NEIIIIN!“ gebrüllt haben, wenn er zum x-ten Mal wegen „Leider habe ich Sie nicht verstanden“ in der Leitung festhängt. Wird man aber darum gebeten, ein Stichwort zu nennen, sollte man sein Vorhaben lieber direkt ad acta legen …

Spiel mir das Lied vom Tod

Der reinste Psychoterror hingegen ist die zermürbende Warteschleifenmusik. Die langsam aussterbende Old-School-Version ist elektronisches Klingelton-Gedudel (sehr beliebt: Für Elise). Manchmal wird man auch mit einer Melodie empfangen, die so deprimierend ist, dass man sich am liebsten sofort aus dem Fenster stürzen möchte. Dann gibt es die Variante „peppig“ mit einem etwas angestaubten Hit oder einem eigens für das Unternehmen komponierten Song. Hat man gezwungenermaßen öfters Kontakt, summt man (sehr zum eigenen Entsetzen) in der telefonfreien Zeit das Liedchen vor sich hin. Was aber ganz sicher nicht dabei ist, ist eine Version, bei der man sich denkt: Hey, das gefällt mir! Könnte ich mir stundenlang anhören!

Nerven wie Drahtseile

Hat man den richtigen Ansprechpartner schließlich erreicht und wurde das Anliegen vielleicht nicht gelöst, aber doch wenigstens ausführlich besprochen, geht es noch weiter. Schließlich reicht es nicht, dass man „aus Gründen der Servicequalität“ zuvor einer Aufzeichnung des Gesprächs zugestimmt hat (≙ 1 oder JAAAA!). Man wird außerdem gebeten, die vorangegangene Konversation zu bewerten. Wer dazu noch in der Leitung bleibt, hat wirklich Nerven wie Drahtseile.

 

Auch Schlechtes hat sein Gutes!

1. Juli 2022

Eine negative Erfahrung kann auch 22 Jahre später noch positive Auswirkungen haben. Denn so lange ist es her, dass ich in einer bestimmten Agentur als CD Text gearbeitet habe. Ihr braucht nicht in meiner Vita nachzusehen – sie taucht dort nicht auf. Ich habe noch in der Probezeit gekündigt, weil die Arbeitsbedingungen unerträglich waren. Was aber alleine am Inhaber lag und nicht an meinen Kollegen. Womit wir zu den positiven Auswirkungen kommen: Ich arbeite heute noch mit mehreren von ihnen zusammen – und zwar mit großer Freude! Leider darf ich hier keine Namen nennen, weil sich sonst Rückschlüsse auf die Agentur ziehen lassen. Aber ihr Lieben wisst schon, dass ihr gemeint seid, oder? Außerdem hat mir dieser Fehltritt den letzten Schubs gegeben, um mich selbständig zu machen. Und das war definitiv eine gute Entscheidung!

 

Wenn Fische auf Reisen gehen

8. Februar 2022

Oder: Warum Wiedersehen nicht immer Freude macht. Ich habe vor einigen Jahren eine schöne alte Rollkarte mit essbaren Seefischen gekauft. Für satte 200 Euro. Allerdings waren die Ausmaße der Karte so gigantisch, dass ich sie nirgends aufhängen konnte, ohne den ganzen Raum damit zu erschlagen. Also blieb sie sehr zu meinem Leidwesen zusammengerollt und staubte vor sich hin. Irgendwann gestand ich mir endlich ein, dass ich wohl nie einen Platz dafür finden würde. Zum Wegwerfen war sie aber viel zu schade und natürlich auch zu teuer. Was also tun? Natürlich auf eBay stellen!

Versand exorbitant

Bei dem Versuch, meine Karte richtig zuzuordnen, tauchten schon die ersten Schwierigkeiten auf. Keine Rubrik wollte so recht passen. Da war mir bereits klar, dass ich keinen Reibach damit machen würde. Als ich dann die Versandkosten berechnete, musste ich schlucken. Aufgrund der Übergröße konnte ich die Karte nur als Sperrgut verschicken. Darum betrugen die Versandkosten knapp 40 Euro. Kein attraktives Verkaufsargument. Außerdem hatte ich dummerweise bei meinem Angebot die Versandkosten zu niedrig angesetzt.

Der gute Mann aus Moers

Es fand sich aber doch ein Mensch, der sich für die Karte interessierte und sie für sensationelle 1 Euro erstand. Mein einziger Trost: Der gute Mann aus Moers wusste zu schätzen, dass er ein Superschnäppchen gemacht hatte (trotz Versandkosten) und freute sich mächtig darauf. Also nichts wie eingepackt und zur Post. Ziemlich viel Aufwand, um ein Verlustgeschäft zu machen. Aber ich war froh, dass ich einen dankbaren Abnehmer gefunden hatte. Dieser allerdings meldete sich nach einigen Tagen, um zu fragen, wann ich denn die Karte losgeschickt hätte, da sie noch nicht angekommen sei. Wir machten beide den Check: Laut Sendungsverfolgung hing die Rolle seit ein paar Tagen in Dorsten fest.

Zur Leitcodierung

Tags darauf stand eine große Rolle vor meiner Wohnungstür: Meine Fische hatten zu mir zurückgefunden! Über das Adresslabel war ein Aufkleber mit der Beschriftung „Zur Leitcodierung“ geklebt. Ich versuchte nachzuvollziehen, warum das Paket zu mir zurückgekommen war. An einer falschen Adresse lag es nicht. Dies bestätigte mir mein Käufer. Nun wollte ich aber nicht die Rolle erneut losschicken und dafür wieder knapp 40 Euro bezahlen. Darum versuchte ich, den DHL Kundenservice telefonisch zu erreichen. Leider kam nicht einmal ein Freizeichen. Also beschwerte ich mich per Online-Formular bei DHL und bat um eine Erstattung der Kosten. Dies erforderte die Eingabe einer Latte von Daten: Absender- und Empfängeradresse, Sendungsnummer, Datum des Versands etc. Daraufhin erhielt ich eine E-Mail mit kopierten Versatzstücken, in der ich nach der (bereits angegebenen) Sendungsnummer gefragt wurde.

Odyssee mit Posthorn

Direkt antworten konnte ich auf die DHL-Mail leider nicht. Hierzu musste ich wieder die DHL-Seite aufrufen und alle Daten erneut eingeben. Wieder bekam ich eine Antwort, die nichts mit meinem Problem zu tun hatte. Auch der nächste und übernächste Versuch (inkl. kompletter Dateneingabe) schlugen fehl. Daraufhin probierte ich es noch einmal per Telefon. Und oh, Wunder! Diesmal kam ein Freizeichen und es meldete sich tatsächlich jemand! Dieser Jemand war sogar hilfsbereit. Ich sollte eine Paketmarke umsonst bekommen und ein Teil des Restbetrages sollte mir überwiesen werden. Damit blieb ich zwar immer noch auf 10 Euro sitzen, aber besser als nichts. Also schickte ich die Karte wieder los. Netterweise erklärte der gute Mann aus Moers sich bereit, mir einen Großteil meiner Kosten zu überweisen. Dies tat er dann auch, nachdem die Karte endlich wohlbehalten bei ihm angekommen war. Dennoch habe ich alles in allem ca. 2 Tage investiert, um die Karte bei eBay einzustellen, zweimal zu verschicken und abwechselnd mit DHL und dem Empfänger zu korrespondieren. Also 200 Euro und 2 Tagessätze verschenkt, 1 Euro gewonnen. Juchhe!

 

 

Wer spricht denn da?

14. Oktober 2021

Jeder kennt ihn. Jedem ist er unangenehm. Die Rede ist vom Hosentaschenanruf. Erst neulich ist es mir wieder passiert: Ich gehe spazieren und wundere mich, woher das Gebrabbel kommt, wo doch weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist. Mein Handy verrät mir, dass ich eine Nummer gewählt habe, die nicht vergeben ist. Dann kann ich L. getrost aus meinen Kontakten löschen. Gut zu wissen!

Etwas beunruhigt bin ich, als mich wenige Minuten später meine Freundin N. „zurückruft“. Verdammt, ich habe doch nicht … Doch, habe ich! Das Gespräch beende ich etwas hastig, weil mir schwant, dass ich noch mehr Leute kontaktiert haben könnte. Es stellt sich heraus, dass ich außerdem A. mit diversen Anrufen gestalkt habe.

Was habe ich die letzte Viertelstunde nur gemacht? Was habe ich auf den Mailboxen hinterlassen? Habe ich Selbstgespräche geführt oder mich sonst in irgendeiner Weise kompromittiert?

Die Ängste sind nicht ganz unbegründet. Schließlich wurde ich vor vielen Jahren einmal von R. angerufen. Aus einem Pornokino. Was in diesem konkreten Fall nur belustigend und nicht verfänglich war. Hätte aber auch ganz anders sein können.

Ich bin mir sicher, dass ich zur Zeit meiner Hosentaschenanrufe nicht im Pornokino war. Wie auch immer geartete Peinlichkeiten sind sicher im Geraschel untergegangen. Hoffentlich …

PS: Auf dem Foto seht ihr übrigens ein Handtaschenfoto.

 

Mei oh Mai!

7. Juni 2021

Der Mai ist mir irgendwie durchgerutscht. Dabei wollte ich doch mindestens einen Artikel pro Monat schreiben. Schon habe ich mir meinen Schnitt wieder versaut. Aber es ist ja nicht so, dass ich faul und untätig gewesen wäre. Ich war an vielen tollen Projekten beteiligt – von denen ich leider nichts erzählen darf. Also müsst ihr mir einfach glauben, dass ich für spannende Kunden schöne Texte geschrieben habe.

Jetzt ist es schon wieder eine Woche Juni und es sieht so aus, als ob dieser Sommer ein schöner werden könnte. Wenn das Wetter noch mitspielen würde, dann wäre das großartig. Biergarten habe ich bisher nur ein einziges Mal geschafft. Und selbst da musste ich wie Aschenputtel frühzeitig verschwinden, weil mein Landkreis noch notgebremst war.

Doch nun sieht es auch im Oberland wieder rosig aus. Wollen wir hoffen, dass uns die Delta-Variante keinen Strich durch die Rechnung macht. So oder so dürften wir jetzt aus dem Gröbsten raus sein. Wenn nicht alle in FOMO verfallen und auf einen Schlag nachholen, was sie die letzten 1 ¼ Jahre verpasst haben …

PS: Das Bild habe ich ausgesucht, weil es so unglaublich hässlich ist … 😉

Hilft ja nix!

20. April 2021

Ich werde nicht umhin kommen, einen neuen Blogartikel zu schreiben. Das zeckige Corona-Virus wird uns wohl noch eine Weile erhalten bleiben. Wie wahrscheinlich alle werde ich langsam hibbelig. Über ein Jahr soziale Isolation machen selbst einem Texter zu schaffen. Wir wurschteln ja an für sich sehr gerne alleine vor uns hin. Möglichst ohne jegliche Ablenkung. Aber inzwischen wird es mir zu still und zu einsam. Ich werde jetzt nicht anfangen, Partys zu schmeißen oder auf Querdenker-Demos zu gehen. Doch mit dem Noch-vorsichtiger-sein-als-verlangt ist Schluss. Seit einem halben Jahr heißt es „Nur noch diese letzte Kraftanstrengung und dann …“ und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht. Ja, wir kommen vorwärts. Aber von einem Normalzustand sind wir weit entfernt. Ab wann geht eigentlich der Ausnahme- in den Normalzustand über? Da mag man gar nicht drüber nachdenken.

Aber jetzt genug gefrustet. Vielleicht sind wir wirklich auf der Zielgeraden. Ich hoffe es sehr. Also: Haltet noch ein bisschen durch, liebe Leute. Es kommen schon bald wieder bessere Zeiten. Und wenn sie auch noch nicht „normal“ sein mögen, so werden sie doch viel angenehmer sein als die letzten Monate. Außerdem kommt der Sommer und und und. Einmal Lächeln, bitte!