
Ich habe neulich schon einmal dazu auf LinkedIn gepostet, aber das Thema lässt mich nicht los. Es geht um Effizienz. Bisher war Effizienz etwas, das ich eher mit Maschinen und Prozessen in Verbindung gebracht habe, aber nie mit meiner Arbeit. Seit dem Siegeszug der KI sprechen alle davon, wie viel effizienter sie uns angeblich macht. Weil wir nur noch die Dinge tun müssen, die sie nicht übernehmen kann. Alle lästigen Routinetätigkeiten drum herum: einfach weg. Was bleibt, ist nur der kreative Teil.
Irgendwie hat mir der Effizienzgedanke von Anfang an Bauchschmerzen bereitet. Dieser Widerwille hat sich im Rahmen einer Fortbildung noch verstärkt. Denn dort wurde propagiert, dass man möglichst alles automatisieren oder auslagern sollte, was viel Aufwand bedeutet, aber wenig bringt. Bei der Vorstellung, nur noch automatisierte E-Mails zu versenden, um keine Zeit für persönliche Nachrichten zu verschwenden, wurde mir bewusst: Ich will das nicht. Mag sein, dass ich mir mit jeder automatisierten Nachricht zwischen 5 und 20 Minuten spare. Aber ich möchte jede Mail einzeln schreiben und verschicken. Und wenn sie noch so unwichtig ist.
Wo es mir schon beim Schreiben von E-Mails so geht, wird klar, dass es beim Texten noch viel schlimmer sein muss. Ich kann mir zwar per Prompt und Enter einen seitenlangen Text erstellen lassen. Viele werden nicht einmal bemerken, dass dieser KI-generiert ist. Aber ich spüre es mit jeder Faser. Mich irritiert jede Formulierung, die ich nicht verwendet hätte. Mich juckt jede Wiederholung. Mich nervt jede Plattitüde und jede Worthülse.
Es ist einfach nicht mein Text. Ich kann noch so lange daran herumschleifen, um ihn mehr nach mir klingen zu lassen, aber so ganz gelingt das nie. Nun stellt sich die Frage, wie viel Sinn es macht, KI zu verwenden, wenn ich nachher selbst noch so viel Hand anlegen muss – womit wir wieder beim Thema Effizienz wären …
Aber jetzt bin ich ganz ineffizient abgeschweift. Denn KI sollte gar nicht das Thema dieses Artikels sein. Eigentlich wollte ich erklären, was mir an der Effizienz so sehr missfällt.
Ich habe lange darüber nachgedacht, was es sein könnte. Logisch betrachtet ist es ja dumm, nicht effizient zu arbeiten. Trotzdem ist es mir lieber. Und ich weiß jetzt auch warum: Wenn ich etwas effizient mache, dann heißt das, dass ich möglichst schnell fertig werden will, damit ich Zeit für etwas anderes habe. Aber mir macht es Spaß zu schreiben und ich möchte mich nicht hetzen, nur um mich danach etwas anderem widmen zu können.
In meinen Augen ist Effizienz etwas für Leute, die ihre Arbeit nicht mögen. Denn wenn ich mit etwas möglichst schnell fertig sein will, dann ist es ja etwas, das mir mühsam und lästig ist und ich froh bin, wenn es endlich vorbei ist. Doch das ist bei mir ganz anders.
Ich liebe es, ganz ineffizient vor mich hinzuarbeiten. Ich lasse keinen Stoßseufzer, wenn ich abends mein Werk getan habe und endlich meinen Rechner ausschalten kann (tatsächlich schalte ich meinen Rechner so gut wie nie aus, was aber auch etwas mit Bequemlichkeit zu tun haben könnte).
Mein Tag ist nicht durchgetaktet. Ich arbeite, mache kurz etwas anderes, arbeite wieder, mache wieder etwas anderes … So gesehen beginnt mein Arbeitstag oft schon um 5 Uhr morgens und endet oft erst um 22 Uhr. Nur dass ich eben nicht effizient durcharbeite, meine Mittagspause mache und dann effizient bis zum Feierabend weiterarbeite. Nein, ich „verplempere“ meine Zeit – und ich fühle mich sehr wohl dabei und damit.
In einer Festanstellung wäre eine solche Arbeitsweise nicht möglich. Aber als Selbständige habe ich den Luxus, meine Zeit so einzuteilen, wie ich will. Ich möchte nicht A schnell hinter mich bringen, damit ich zackig mit B anfangen kann, um dann endlich C abzuhaken.
Meine Arbeit hat keinen Anfang und kein Ende. Sogar die Wochenenden sind mir nicht heilig. Nicht, weil ich ein Workaholic bin oder chronisch überlastet. Ich möchte mir einfach die Zeit nehmen, um alles in meinem Tempo zu machen. Dafür reichen die Werktage oft nicht aus. Aber das macht nichts, weil ich mich unter der Woche ja nicht abhetze, damit ich Samstag und Sonntag dann endlich Freizeit habe. Oder am besten noch nur vier Tage die Woche arbeite, damit ich mich an den restlichen drei Tagen von meiner Arbeit erholen kann.
Ich schreibe für mein Leben gern. Ich muss mich nicht einige Tage ausruhen, damit ich wieder Lust und Energie habe, etwas zu texten.
Vielleicht habe ich einfach nur Glück gehabt, dass ich eine Arbeit gefunden habe, die mir wirklich Spaß macht. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es eine Einstellungssache ist. Spontan ist mir das Wort „Achtsamkeit“ eingefallen. Ich mag es ja eigentlich nicht so gerne, weil es so lange in aller Munde war, dass es jetzt wirklich ausgelutscht ist. Aber es trifft eigentlich sehr schön das, was ich mache: achtsam texten.
Foto von Dorota Dylka auf Unsplash

Plötzlich war es dunkel. Nicht nachtdunkel, sondern dunkeldunkel. Kein bisschen Licht war mehr zu sehen. Die Menschen in ihren Zellen waren irritiert. So etwas kannten sie nicht. Nur wenige hatten noch vage in Erinnerung, dass es vor Jahrzehnten so etwas gegeben hatte. Selbst erlebt hatten sie es zwar nicht, aber die Information war in ihre Gehirne eingespeist worden. Allein diese Handvoll ahnte, was geschehen war: ein Stromausfall.
Allerdings konnten sie das nicht in Worte fassen. Denn die gab es nicht mehr. Es war eher eine Art Gefühl – was ihnen aber auch fremd war. Gefühle existierten in ihrer Welt nicht mehr. Ebenso wie grundlegende Bedürfnisse. Keiner wusste mehr, was Durst oder Hunger war. Kälte oder Hitze. Der Drang, seine Blase oder seinen Darm zu entleeren. Lust auf Sex, Liebe, Geborgenheit – alles schon lange vergessen.
Es gab nichts, um das sie sich hätten kümmern müssen. Denn alles wurde befriedigt, bevor das Verlangen überhaupt aufkam. Sie bewegten sich nicht mehr. Ihre Körper wurden so stimuliert, dass die Muskeln erhalten blieben, obwohl sie sie nicht nutzten. Außerdem lebte jeder für sich. Das Bedürfnis nach menschlichem Austausch war ebenfalls verkümmert. Sie ahnten nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gab.
Jetzt, allein in der Dunkelheit in ihren Zellen, fühlten sie auf einmal etwas. Ihre Herzen begannen schneller zu schlagen und es wurde ihnen heiß, obwohl sie zugleich zitterten. Ihre Mägen waren flau. Keiner konnte das einordnen: Es war Angst. Dieses Unwohlsein, das sie nie zuvor erlebt hatten, verstärkte sich immer mehr, und etwas in ihrer Brust zog sich unangenehm zusammen.
Die Angst wurde zu Panik – was sie noch weniger verstehen konnten. Irgendein tief vergrabener Instinkt sagte ihnen jedoch, dass sie ihre Zellen verlassen mussten. Sie tasteten an den Wänden entlang, bis sie einen kleinen Spalt fanden. Verzweifelt stemmten sie sich gegen die Zellentüren und tatsächlich öffneten sich diese, weil der elektrische Schließmechanismus nicht mehr funktionierte. Mühsam krabbelten sie heraus. Alles erschien besser, als in diesem Gefängnis zu bleiben.
Außerhalb der Zellen war ein wenig Licht. Als sie sich umsahen, entdeckten sie andere Gestalten, die sich ebenfalls aus ihren Zellen kämpften. Was das für Wesen waren, wussten sie aber nicht. Verwirrt blickten sie an sich herab und verglichen ihre sichtbaren Körperteile mit denen der anderen Kreaturen. Allmählich schwante ihnen, dass sie von derselben Art waren.
Schließlich begannen die ersten, den Lichtstrahlen zu folgen. Die übrigen taten es ihnen nach – dabei vermieden sie es tunlichst, einander zu berühren. Sie strömten alle ins Freie, wo sie erst einmal innehielten. Über ihnen war ein großes Blau mit einem grellen, gelben Ball. Die Worte „Himmel“ und „Sonne“ kannten sie nicht.
Als sie dort standen, merkten sie, dass wieder etwas mit ihrem Körper geschah. Diesmal war es ein angenehmes Gefühl: Wärme. Zum ersten Mal, seit sie ihre Zellen verlassen hatten, wurde das Herzklopfen langsamer und das Zittern ließ nach. Stattdessen kitzelte es sie lustig im Bauch. Es war kein Unwohlsein. Es war Lebensfreude.
Nach wenigen Minuten jedoch begann ihre Haut zu brennen. Sie erinnerten sich, dass dies in dem großen Gebäude anders gewesen war. Also kehrten sie einer nach dem anderen dorthin zurück. Hier verschwand zwar das Brennen, es bahnte sich jedoch etwas Neues an: Ihre Lippen wurden immer trockener, ihr Mund pelzig und ihre Zungen fingen an, am Gaumen zu kleben. Sie spürten, dass ihnen etwas fehlte, dass sie irgendetwas dringend brauchten – doch was es war, wussten sie nicht.
Sie konnten ihre Augen nicht mehr fokussieren. Ihre Köpfe begannen zu wabern – so hätten sie es wohl beschrieben, hätten sie kommunizieren können. Unruhig beobachteten sie die anderen, ob es ihnen ebenso erging. Kein einziger blieb davon verschont. Und es wurde immer schlimmer. Zudem gesellte sich noch eine weitere Qual hinzu: Ihre Mägen verkrampften sich schmerzhaft.
Verzweifelt suchten sie nach einem Weg, sich mit den anderen zu verständigen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Keiner konnte sprechen, geschweige denn schreiben. Das Schreiben war schon lange vor dem Sprechen verschwunden. Vorsichtig begannen sie, sich gegenseitig anzustupsen, um irgendeine Reaktion hervorzurufen. Es wurde ihnen jedoch klar, dass die anderen sich in derselben misslichen Lage befanden: hilf- und wortlos.
Ihnen wurde immer elender. Irgendetwas musste geschehen. Endlich nahm einer allen Mut zusammen und machte den Anfang. Er deutete erst auf seinen Mund und dann auf seinen Bauch. Mit viel Anstrengung gelang es ihm, einen Laut herauszupressen. Es war erst ein leises, leicht gewürgtes, dann ein deutlich hörbares „Uaaah!“. Zuerst erschraken die anderen vor dem Geräusch. Dann stimmten sie alle ein: „Uaaah! Uahhhh! Uaaaaah!“ hallte es im ganzen Raum.
© 2025 Sandra Cremer. Alle Rechte vorbehalten. Foto von Niloy Biswas auf Unsplash

Ich bin von Haus aus neugierig und technikaffin. Deswegen habe ich mich schon sehr früh mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Einfach um zu schauen, was sie alles kann. Anfangs hielt ich sie nur für eine nette Spielerei. Doch dann kam aus meinem Texterumfeld erstmals die These, dass die schlechte Auftragslage der KI geschuldet sei. Zu dieser Zeit hatte ich aber noch keinen Einbruch, weswegen ich die Bedenken einfach wegwischte.
Die KI wurde jedoch immer präsenter. Ich beschloss darum, mir ein besseres Bild davon zu machen, wie mit Künstlicher Intelligenz generierte Texte aussehen. Der erste Eindruck war ein Schock: Oh mein Gott, jetzt bin ich überflüssig! Als ich aber genauer hinsah, bemerkte ich viele Schwächen. Die Formulierungen waren noch reichlich holprig und der Text kein bisschen originell.
Trotzdem begann ich, mich intensiver mit der Materie auseinanderzusetzen. Schließlich musste ich argumentieren können, warum ich immer noch mein Geld wert bin. Beim Rumprobieren stellte ich fest, dass ChatGPT gar nicht so schlecht war für Texte, die nicht viel Kreativität und/oder Wissen erfordern. Also fing ich an, damit zu arbeiten. Allerdings nur zum Erstellen von Gerüsten. Das eigentliche Schreiben übernahm ich immer noch selbst.
Zu diesem Zeitpunkt verwehrten sich die meisten Texter noch komplett gegen ChatGPT & Co. Mir war aber schon lange klar, dass es sinnlos ist, gegen die Technologie anzukämpfen. Sie ist gekommen, um zu bleiben. Ob uns das gefällt oder nicht. Wer heute noch meint, er müsse sich damit gar nicht beschäftigen, wird über kurz oder lang untergehen.
Immer mehr Unternehmen integrieren die neue Technologie. Was zusammen mit einer schlechten wirtschaftlichen Lage eine brisante Mischung ergibt. Warum sollte man noch Textaufträge vergeben, wenn man doch alles selbst per Knopfdruck in Sekunden erledigen kann? Dass die Qualität bis heute nicht auf menschlichem Niveau ist, scheinen viele nicht zu merken – oder es stört sie nicht.
Das Internet wird geflutet von mittelmäßigen bis schlechten Texten. Auf einmal kann jeder „schreiben“ – speziell auf Social-Media-Plattformen wie LinkedIn. Ist doch egal, ob die Beiträge völlig belanglos und generisch sind, Hauptsache Masse. Die Leute recyceln eigene Beiträge oder klauen sie gleich komplett von jemand anderem. Die Künstliche Intelligenz übernimmt sogar das Kommentieren – genauso belanglos und generisch. Völlig absurd: KI-Beiträge, die von KI kommentiert werden. Menschliche Interaktion gleich Null.
Längst geht es nicht mehr nur um Texte, sondern auch um Grafiken, Fotos und Filme. Jeder Depp mit einem Internetzugang kann Content raushauen ohne Ende. Ob dabei Urheberrechte verletzt werden, interessiert keinen. Schnell, bunt und billig muss es sein. Was dabei herauskommt? Zum Beispiel Werbespots, die zum Gähnen langweilig sind und keine Aussage haben. Schon 3 Sekunden später hat man vergessen, welches Produkt eigentlich beworben wurde. Irgendein Bier, irgendein Auto oder war es doch etwas anderes?
Doch zurück zum Texten mit KI: Dass die Qualität viel besser geworden ist, sofern man vernünftig zu prompten versteht, wird keiner bestreiten. Ich spiele gerne Ping-Pong mit ihr: Sie bekommt von mir einen Text, sie macht mir Verbesserungsvorschläge. Dann überarbeite ich den Text noch einmal und das Spielchen geht von vorne los – bis ein richtig gutes Ergebnis dabei herauskommt.
Brauche ich dafür weniger Zeit, als wenn ich ohne Hilfsmittel gearbeitet hätte? Nein. Manchmal dauert es sogar deutlich länger. Doch zum Schluss habe ich einen Text, der genau auf den Punkt ist. Dass diese Leistung nicht weniger kosten kann als früher, versteht sich von selbst. Im Endeffekt bekommt der Kunde für das gleiche Geld etwas Besseres.
Was man aber tunlichst vermeiden sollte: sich auf KI-Recherche verlassen oder Texte 1 zu 1 übernehmen. Es ist vertrackt: Manchmal stellt man erst mit einem Tag Abstand fest, dass das Generierte zwar gut klingt, aber ein totaler Schwachsinn ist. Darum würde ich auch nie rohe Gedanken reinwerfen, um sie mir ausformulieren zu lassen. Das kann mächtig in die Hose gehen.
Auch wenn es um die Eigendarstellung geht, sollte man die Finger von der KI lassen. Sie killt jeden Aspekt der Persönlichkeit. Man erkennt sich im eigenen Text nicht mehr wieder. Seinen Stil sollte man unbedingt weiterpflegen. Ich habe sogar begonnen, wieder Tagebuch zu schreiben, damit ich das freie Schreiben nicht verlerne. Auch dieser Artikel stammt ausschließlich aus meiner Feder. Ebenso wie alle Beiträge auf LinkedIn et al.
Ich bin hin- und hergerissen. Sie kann eine tolle Unterstützung sein. Aber sie geht über Leichen und beraubt uns unserer Fähigkeiten. Die nächste Generation wird diese gar nicht erst erwerben. Das kann einem echt Angst machen. Nein, die KI wird nicht die Welt beherrschen oder ähnlichen Quatsch. Doch es wird immer mehr Menschen geben, die ihr blind vertrauen und ohne sie rein gar nichts mehr tun können.
Ich nutze die Tools, aber nicht so exzessiv, dass ich davon verblöde. DeepL Translate übersetzt für mich, DeepL Write korrigiert und schlägt mir Synonyme vor. ChatGPT ist mein Allrounder, der einfach alles kann, aber in manchen Bereichen von anderen getoppt wird. Claude ist mein Liebling, wenn es ums Schreiben geht. Antworten auf etwas komplexere Fragen liefert mir Perplexity. Die Liste wird vermutlich noch länger werden.
Viele freie Texter aus meinem Bekanntenkreis sind am Verzweifeln oder haben bereits aufgegeben: Sie sind Privatiers, haben einen Nebenjob oder eine Vollzeit-Festanstellung. Zum Glück vereine ich das Beste aus zwei Welten: einen Wissensvorsprung in Sachen KI und zugleich mein über Jahrzehnte erworbenes Können als „echte“ Texterin. Ich hoffe, dass diese Kombination mir auch weiterhin Aufträge beschert. Wir werden sehen …
Foto von Sian Labay auf Unsplash

Heute bekommst du, mein lieber Blog, mal wieder einen eigenen Beitrag. Vielleicht liest dich kein Mensch, aber das ist mir egal. Du bist der Ort, an dem ich wirklich so schreiben kann, wie ich denke.
Naja, vielleicht nicht ganz. Aber weil ich mich damals gegen eine Kommentarfunktion entschieden habe, kann hier niemand schreiben, dass er dich scheiße findet. Komplimente bekommst du zwar auch keine – doch hast du das wirklich nötig? Wir haben doch uns beide und wir wissen, was wir aneinander haben.
Es tut mir leid, dass ich dich so furchtbar vernachlässigt habe. Wo doch die Social-Media-Welt so unglaublich kurzlebig ist. Heute gepostet, morgen vergessen. Bei dir ist das ganz anders. Du bist hier für die Ewigkeit!
Und weißt du was? Sollte ich es irgendwann einmal schaffen, eine neue Website auf die Beine zu stellen, werde ich dich mitnehmen. Ich befülle dich jetzt schon seit über einem Jahrzehnt. Du bist voller Schätze, die nicht verlorengehen dürfen.
Das ein oder andere Thema mag nicht mehr aktuell sein. Ich habe sogar in manchen Dingen meine Meinung geändert. Aber das ist ja nichts Schlimmes. Man darf ruhig wissen, dass ich in der Lage bin umzudenken. Aus der damaligen Sicht bin ich 100 Prozent dahinter gestanden. Heute stehe ich genauso überzeugt zu einer anderen Meinung.
Mag sein, dass die zehn Jahre alten Beiträge sprachlich nicht so geschliffen sind wie die heutigen. Doch das zeugt ja nur davon, dass ich mich weiterentwickle. Dass wir beide uns weiterentwickeln. Denn ohne dich, mein lieber Blog, wären meine Artikel ja gar nicht existent.
Ich bin der Ansicht, dass man sich nichts vornehmen sollte. Also zumindest nicht dauerhaft. Aber ich fände es großartig, wenn wir wieder mehr Zeit miteinander verbringen würden, du und ich. Wir haben so viele schöne gemeinsame Erinnerungen, die uns keiner nehmen kann. Außer vielleicht unser Hosting Provider.
Du darfst dich ruhig mal wieder bei mir melden. Mach mir ein schlechtes Gewissen, damit ich dich wieder so gut pflege wie früher.
Ich hab dich sehr lieb!
Deine Sandra
PS: Für das Bild danke ich Aung Soe Min auf Unsplash

Der Grund, warum auf meinem Blog (und auf Facebook) gerade so wenig passiert, heißt LinkedIn. Meine Social-Media-Hassliebe nimmt mich einfach zu sehr in Anspruch. Jeden Tag schaue ich mehrmals rein, um zu lesen, zu liken und zu kommentieren – und hie und da selbst zu posten. Das Dumme daran: Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht alles reine Zeitverschwendung ist. Zumindest unter dem Aspekt, um den es eigentlich geht: der Akquise.
Auf LinkedIn wimmelt es nur so von Menschen, die ihren (vermeintlichen) Erfolg (angeblich) dieser Plattform verdanken. Und die nicht müde werden, davon zu erzählen, wie sie es geschafft haben. Man muss ja nur dieses beachten und jenes (nicht) tun und schon fliegen einem die Kunden nur so zu. Allerdings posten diese Leute so viel, dass ich mich frage: Wann arbeitet ihr eigentlich?
Einen gut durchdachten und formulierten Beitrag haut man ja nicht eben mal so raus. Die meisten Posts mögen diesem Anspruch zwar nicht genügen, aber auch ein schlechter Beitrag braucht seine Zeit – es sei denn, er ist geklaut oder von der KI produziert. Leider scheint das mittlerweile recht häufig der Fall zu sein. Ganz grotesk wird es, wenn die Beiträge der KI auch noch von der KI kommentiert werden. Dann entstehen Konversationen, an denen kein Mensch mehr beteiligt ist. Ich habe keine Angst vor KI, aber diese Vorstellung ist gruselig.
Ich glaube nicht, dass ich durch LinkedIn auch nur einen einzigen Kunden gewonnen habe. Natürlich kann man mir vorwerfen, dass ich es nicht konsequent genug durchgezogen habe. Doch sobald die Auftragslage stimmt, haben solche Spielereien eben keine Priorität. Wer täglich neue Beiträge verfasst, könnte sich im Grunde gleich das „Open to work“-Badge anstecken – das wäre ehrlicher.
Warum machen trotzdem so viele mit? Meine Erklärung: Jeder liest, wie effektiv LinkedIn angeblich ist, und glaubt, er müsse auch auf den Zug aufspringen. Bleibt der Erfolg aus, erhöht man die Schlagzahl, testet neue Formate und Strategien – doch das Ergebnis bleibt gleich (außer, man misst Erfolg an Reaktionen und Kommentaren). Aber hey, wenn es bei den anderen klappt und bei mir nicht, muss ich mich eben mehr reinhängen! Und so wird munter weiter gepostet, bis der Feed aus allen Nähten platzt.
Vielleicht ist es wie mit des Kaisers neuen Kleidern: Jeder weiß, dass LinkedIn-Akquise nichts bringt. Aber keiner traut sich, es zu sagen.
Aber LinkedIn hat durchaus seine gute Seiten. Ich bin hier mit vielen großartigen Kollegen vernetzt, mit denen ich mich unheimlich gerne austausche. Das sind und werden zwar keine Kunden, aber ihre Posts haben informativen oder Unterhaltungswert. Außer, wenn die Kollegen krampfhaft versuchen, mit ihren Beiträgen Akquise zu betreiben. Am liebsten sind mir meine britischen Pendants, die Sachen raushauen, die sich hier keiner trauen würde. Von bizarr bis rotzfrech – aber immer charmant und witzig. Was leider zeigt, dass diese genialen Kreativ-Talente aktuell keine Jobs haben. What a waste!
PS: Für das Bild bedanke ich mich bei Cathy Mü auf Unsplash
Letzte Woche erzählte mir eine Kollegin, dass sie einen festen Wochentag hat, an dem sie auf LinkedIn postet. Auf die Frage, wann ich denn poste, kam meine ehrliche Antwort: Immer dann, wenn ich etwas mitzuteilen habe.
Sofort hatte ich ein schlechtes Gewissen: Bin ich zu planlos? Sollte ich mich nicht auch disziplinieren, damit die Zeit auf LinkedIn sinnvoll investiert ist? Aber dann kam der nächste Gedanke: Habe ich wirklich jede Woche ein Thema, das es wert ist, gepostet zu werden?
Natürlich gibt es viele Dinge, die mich interessieren und beschäftigen. Die Frage ist nur, ob sie hierher gehören. Der Anspruch ist hoch: Interessant soll es sein, aber nicht zu polarisierend. Schon gar nicht, wenn ich damit einen Großteil meiner LinkedIn-Bubble vor den Kopf stoße (Nein, ich wähle nicht AfD). Es sollte einen beruflichen Bezug haben und nicht zu viel Privates preisgeben. Und dann sollte es auch noch den viel beschworenen Mehrwert haben (Wer bestimmt eigentlich, was Mehrwert ist?).
Ich merke es schon – mir jede Woche ein neues Thema auszudenken, wird mir zu anstrengend (Hut ab vor meiner Kollegin, die das durchzieht!). Eigentlich bin ich ja nur hier, um mich zu unterhalten und die eine oder andere Anregung mitzunehmen. Mich überraschen zu lassen, mich zu freuen oder zu ärgern. Nette Kommentare zu hinterlassen und mir bissige Bemerkungen zu verkneifen. Denn dass das nach hinten losgehen kann, weiß ich schon von anderen Social-Media-Plattformen. Selbst Leute, die einen eigentlich gut kennen sollten, können einen manchmal furchtbar missverstehen.
Was meine eigenen Beiträge angeht, werde ich es so halten wie bisher: Ich poste, wenn ich etwas mitzuteilen habe. Ohne (zu) viel darüber nachzudenken. Das kann dreimal am Tag sein oder nur alle paar Wochen. Ich zwänge mich nicht gerne in ein Korsett, um vielleicht einen neuen Kunden auf mich aufmerksam zu machen.
Und ich werde am Ende auch nicht zur Diskussion und Interaktion aufrufen. Natürlich freue ich mich, wenn ein Kommentar oder eine positive Reaktion kommt. So uneitel bin ich dann doch nicht. Aber ich werde nichts erzwingen. Das ist vielleicht planlos und unnütz. Aber alles andere macht mir keinen Spaß.
PS: Falls jemand die Anspielung im Titel nicht erkannt hat: Es handelt sich um einen Song der Band „Fettes Brot“, daher auch das scheinbar unpassende Bild. Danke dafür an: Ola Mishchenko auf Unsplash
PPS: Und weil ich heute besonders faul bin, verwende ich diesen LinkedIn-Post auch noch als Blog-Beitrag

Ich schreibe so viele verschiedene Texte, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich bin. Wenn man mich in den ersten Jahren fragte, sagte ich: Werbetexterin. Damals fühlte sich das richtig an. Heute engt mich diese Bezeichnung zu sehr ein. Auch wenn meine Texte letztlich immer dazu dienen, etwas zu verkaufen, sind es nicht „nur“ Werbetexte. Denn mit Kauf-du-Sau kommt man heute nicht mehr weit.
Bin ich Copywriterin, weil Werbetexterin zu deutsch und vor-Internet klingt?
Bin ich Journalistin, weil ich Artikel für Kundenmagazine schreibe?
Bin ich PR-Texterin, weil ich Pressemitteilungen verfasse?
Bin ich Bloggerin, weil ich Beiträge für eigene oder fremde Blogs erstelle?
Bin ich Ghostwriterin, weil unter meinen Texten manchmal ein anderer Name steht?
Bin ich Korrektorin oder Lektorin, weil ich fremde Texte optimiere?
Bin ich Content Writerin, weil Social Media Posts zu meinem Repertoire gehören?
Bin ich SEO-Texterin, weil ich auf Wunsch suchmaschinenoptimiert schreibe?
Bin ich Transkreatorin, weil ich auch mal englische Texte ins Deutsche übersetze?
Bin ich Buchautorin, weil ich eine Schublade voller (unveröffentlichter) Manuskripte habe?
Aber Schluss mit dem heiteren Beruferaten. Die Jüngeren verstehen wahrscheinlich gar nicht, auf welche Sendung ich anspiele (Wikipedia hilft!).
Wenn jemand weiß, was ich bin, freue ich mich über eine Nachricht!
Bis ich eine gute Lösung gefunden habe, bleibt es bei „Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“.

Für viele ist Sprache nur Mittel zum Zweck. Für mich ist Sprache ein Spielplatz, auf dem es immer etwas Neues zu entdecken gibt.
Ich bin begeistert, wenn ich einen Ausdruck höre, den ich vorher noch nicht kannte. Wenn ich im Englischen ein Wort lese, für das es im Deutschen keine Entsprechung gibt, freue ich mich wie ein kleines Kind. Und wenn mir beim Schreiben wirklich peinliche Wortspiele einfallen, muss ich heimlich kichern. Ein Pumuckl-Gedicht hat für mich den gleichen Wert wie ein literarisches Werk.
Manchmal bin ich aber auch sehr spießig, was die Sprache angeht. Wenn jemand in einem Gespräch ein falsches Wort benutzt, kann ich nicht mehr zuhören, bis ich das richtige Wort gefunden habe. Wenn ich geschäftliche E-Mails mit vielen Fehlern lese, frage ich mich: Kannst du es wirklich nicht besser oder gibst du dir einfach keine Mühe? Bei Büchern oder Zeitschriften ist es noch schlimmer. Wenn ich in kurzer Zeit mehrere Fehler entdecke, kann ich den Text nicht weiterlesen, weil sich alles in mir dagegen sträubt.
Wie passt das zusammen? Das Verspielte und das Verspießte? Wenn man bewusst mit Konventionen bricht, kann das lustig und spannend sein. Wenn man es aber aus Unvermögen oder Nachlässigkeit tut, kann ich das nicht gutheißen.
Bevor jetzt Kritik auf mich einprasselt: Natürlich weiß ich, dass es viele Menschen gibt, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben oder deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Aber wenn man mit Schreiben seinen Lebensunterhalt verdient, sollte man das schon können. Leider erlebe ich oft das Gegenteil.
PS: Foto von Shaira Dela Peña auf Unsplash
Die eigene Seite ist das ewige Stiefkind. Wenn man die Muse hat, sich darum zu kümmern, ist die Auftragslage mau. Meinen guten Vorsatz, jeden Monat wenigstens einen Blogbeitrag zu schreiben, habe ich nicht eingehalten. Aber was soll das Heulen und Zähneklappern? Das nächste Jahr steht schon vor der Tür. Es ist also Zeit, die alten Vorsätze zu kicken und sich neue zu verpassen. Was also nehme ich mir vor für 2024? Gar nichts und ganz viel. Flexibel und spontan zu sein ist viel erstrebenswerter, als sich an strikte Pläne zu halten. Zumindest soweit es einen selbst betrifft.
In diesem Sinne: Euch allen wunderbare Weihnachten und ein prickelndes neues Jahr!
PS: Das Bild hat keinerlei Bezug zum Artikel. Es hat mir einfach nur gefallen. Besten Dank an Arno Senoner!

Wie ich eigentlich zur Werbung gekommen bin? Ich könnte jetzt die tollsten Geschichten erzählen … Aber hier kommt die profane Wahrheit: Schon als kleine Kinder haben mein Bruder und ich „Werbung raten“ gespielt. Das heißt, wir saßen gebannt vor dem Fernseher und guckten „Reklame“. Für jede richtig erratene Marke gab es einen Punkt. Natürlich nur, wenn man der Schnellere war. Da die Anzahl verschiedener Spots damals noch recht überschaubar war, erkannten wir sie in Bruchteilen von Sekunden. Es reichte die erste Einstellung oder der erste Ton. Zack, kam wie aus der Pistole geschossen die richtige Antwort. Heute würde sich das aufgrund des Überangebots auf allen Kanälen schon deutlich schwieriger gestalten. In Zeiten von Klementine, Frau Antje und Herrn Kaiser war das durchaus machbar. Wobei wir schon verdammt gut waren! By the way: Storytelling gab es da auch schon. Hat nur keiner so genannt.
Im Bild zu sehen ist die Texterin in spe (man beachte den Buchstaben-Pulli!).